Die hier dargelegten Gedanken sind das Resultat eines fortlaufenden, radikalen Erkenntnisprozesses abseits festgefahrener Dogmen. Wenn auf diesen Seiten historische Schriften wie die Bibel zitiert oder hinterfragt werden, geschieht dies ausdrücklich nicht aus blinder Ablehnung oder dem Wunsch nach Verunglimpfung.
Die alten Texte werden hier nicht als unfehlbares, dogmatisches Gesetz verstanden, sondern als ein tiefes, historisches Zeugnis menschlicher Regungen und Verfehlungen. Der Filter, mit dem diese Texte hier gelesen werden, ist die bewusste Absage an menschliche Bequemlichkeit. Nicht das Schmeichelhafte und Tröstende wird gesucht, sondern die nackte, unbequeme und demütigende Wahrheit, die den Menschen aus seiner Wohlfühloase reißt.
Wahrheit ist in diesem Sinne kein kollektives Konsumgut, sondern eine strikt individuelle Verantwortung des eigenen Verstandes (Metanoia). Jedes Zitat dient als Katalysator, um das Wesentliche freizulegen – was das ist, muss und kann jeder Suchende nur für sich selbst durch intensives Nachdenken herausfinden.
Mein Name ist Sven Heinisch: Ich glaube nur an Gott allein!
Das Wort „Gott“ wird in verschieden Formaten zu Papier gebracht. Auch ich hatte „Gott“ einmal komplett in Großbuchstaben geschrieben, dann aber auch wieder in sogenannten Kapitälchen und versuchte damit nichts weiter, als gemäß dem christlich-religiösem Gottesbild Demut zum Ausdruck zu bringen. Allerdings ist es einfacher, eine förmliche Schreibweise anzuwenden, als wirklich gottesgläubig durch sein Leben zu gehen. Ich schreibe „Gott“ heute unformatiert, denn er ist es allein, der sich verherrlichen kann, und niemals ich.
Die ursprüngliche Ausarbeitung zu den hier behandelten Themen beinhaltete zum einen nicht alle Erkenntnisse, um ein umfassendes Bild meines Glaubens und des Weges zu ihm zu zeichnen, zum anderen waren darin Ideen verarbeitet, die einer Konkretisierung bedurften. Das liegt insbesondere an Erkenntnissen, die Teile vorhergehender Positionen in ein neues Licht rückten. Falsch waren sie deswegen nicht, nur eben nicht aktuell. Das wird sich allerdings permanent wiederholen und bis zu meinem Tod nicht zu Ende sein, denn die Existenz Gottes kann ich zwar erkennen, begreifen werde ich ihn jedoch nie jemals auch nur ansatzweise können.
Meine Suche nach ihm hat also begonnen und wird hoffentlich bei ihm in den Himmeln durch seine Gnade zu einem guten Ende führen.
Das wichtigste, was man erkennen muss, ist die eigene Schuld und nicht die Schuld der anderen. Diese eigene Schuld klebt wie Teer unlöslich an jedem, egal ob er gläubig ist oder nicht. Man kann sich winden, zerren, wirken, werken und alles ignorieren, man wird diese Schuld nie los. Man kann aber alles gegen seinen Willen gerichtete tun, um vor Gott Gnade zu finden, sollte man, und das ist eben jeder einzelne, eines Tages vor ihm erscheinen, um seinen Richterspruch zu empfangen.
Um das zu erreichen, ist es unerlässlich, sich intensiv Gedanken zu machen. Nur so kann man verstehen:
Es ist nicht Gott, wonach der Geist sucht!
Es ist nicht Gott, worauf das Herz hört!
Es ist nicht Gott, nach dem man tut!Geht es dem Menschen doch nur um sich allein!
Sich diese Frage zu stellen, ist ursächlich für einen Prozess abseits von Dogmen, Lehren und einer ewigen Suche nach Antworten, die scheinbar nicht gefunden werden können. So gibt es aber solche Antworten, die sich im Laufe der Beschäftigung mit dem Wichtigen, Verständlichen und damit Nachvollziehbaren von selbst ergeben.
Das „Warum?“ ist die existenzielle Frage des Menschen. Ohne „Warum?“ würde der Mensch immer noch nur Früchte, Samen und Knollen essen und kein Tierfleisch hätte es je in den Magen eines Menschen geschafft, ohne „Warum?“ hätte das Feuer zwar gebrannt, aber es wäre auch wieder ausgegangen und ohne „Warum?“ würde der Mensch ganz sicher jeden Meter seines Lebens auf sein körpereigenes Fortbewegungssystem angewiesen sein. Ohne „Warum?“ wäre der Mensch heute noch bei Gott, aber ohne „Warum?“ würde er auch nicht wieder zu ihm, seinen geistigen Vater zurückkehren können, weil er sich nämlich sonst die Frage nach dem Sinn seines Lebens nie ernsthaft stellen würde.
Es macht alles nur dann Sinn, wenn der Mensch bereit ist, alte Denkweisen zu überprüfen und gegebenenfalls über Bord zu werfen. Nichts ist hinderlicher als die eigene Wohlfühloase, die sich im Laufe der Jahre um jeden Menschen herum gebildet hat. Halbherzigkeit ist bei diesem heiklen Thema nicht angebracht, möchte der Mensch wirklich zu Gott finden. Der Prophet Jesus hat gesagt: „Verleugne dich selbst und folge mir nach!“, wobei das Lieblingswort des Menschen „Spaß“ in diesem Satz nicht vorkommt!
Die Sünde ist eigentlich ein eigenständiges Thema, so möchte ich aber diesem Begriff, der sich auf dieser Seite mehr als 50 Mal findet, nicht mehr Beachtung schenken, als unbedingt notwendig. Und trotzdem bzw. gerade deswegen ist eine Einordnung des Begriffes „Sünde“ unbedingt notwendig.
Das Wort „Sünde“ ist als lateinischer Begriff eine Neuschöpfung aus dem späten (unsäglichen) 4. Jahrhundert n. Chr. durch A.v.Hippo, dem ein folgenschwerer Übersetzungsfehler unterlaufen(?) ist:
Im „Römer“ des griechischen Urtextes steht: „Jeder Mensch verfehlt aus eigener Entscheidung das Ziel.
Daraus machte Hippo: „in welchem (Adam) alle gesündigt haben.“ => „Peccatum originale“ (Ursprungssünde bzw. anfängliche Sünde), was im 13. Jh. zur Erbsünde wurde (Peccatum hereditarium).
Bis zum 8.Jh. hat es das deutsche Wort „Sünde“ nicht gegeben, weder alleinstehend noch in Verbindung mit „Erb-“ oder „Ur-“. Man verwendete stattdessen das hebräische „Chatta’at“ für „das Ziel verfehlen, Fehltritt“ (Tenach) oder das altgriechische „Hamartia“ für „Zielverfehlung, Verfehlung“ (altgriechisches Neues Testament) bzw. die lateinische Übersetzung dafür.
Wenn Sünde als „Zielverfehlung“ (Chatta'at oder Hamartia) verstanden wird, geht es primär nicht um moralische Vergehen auf einer Liste von Verboten, sondern um das Verfehlen des eigentlichen Lebenszwecks – nämlich der Gemeinschaft mit Gott. Die Entfremdung von Gott ist das, was den Zustand der Trennung und damit die „Zielverfehlung“ ausmacht.
Im Schöpfungsbericht geht es bei dem Schritt Adams genau darum. Die Erbsünde ist kein biologischer Gendefekt, der moralische Schuld vererbt, sondern der Bruch des Vertrauens gegenüber Gott. Die Konsequenz, die Gott ankündigt („An dem Tag, da du davon isst, musst du sterben“), bezieht sich nicht auf den sofortigen körperlichen Tod, sondern auf den geistigen Tod – die Trennung von der Lebensquelle.
Ohne die Vorstellung einer wie auch immer gearteten „Erbschuld“ wird der Blick frei für das eigentliche Thema „Sünde“: Es geht nicht darum, ein vererbtes Schuldkonto abzubezahlen, sondern darum, die Trennung aufzuheben und die gebrochene Beziehung zu Gott, und damit das Leben wiederherzustellen.
Umso notwendiger ist es, dass sich der Mensch bei der Betrachtung der Sünde in jedem Fall als derjenige sieht, durch den sie geschieht, und nicht als derjenige, durch den sie unterlassen werden kann. Nur der Mensch hat Einfluss darauf, was seine Verfehlungen sind.
Weil der Mensch für die Begehung einer Sünde nicht zwangsläufig nachdenken muss, geschieht sie aus dem Bauch bzw. dem Herzen heraus. Das schließt jedoch nicht aus, dass er sich zur Begehung einer Sünde nicht auch bewusst entscheiden kann. Wie auch immer sie zustande kommt, jedes Mal rechtfertigt sie sich in seinem Tun und jedes Mal empfindet er das als gerechtfertigt. Ein hartnäckiger Mini-Kreislauf ist entstanden, den der Mensch mit herkömmlicher Denkweise nicht durchbrechen kann.
Wie kann dann dieser offensichtlich endlose Kreislauf unterbrochen werden? Dem Menschen als Verursacher ist das selbstverständlich nicht möglich, er braucht jemanden, der zweifelsohne über den Dingen steht: Gott!
Wird er antworten, wenn er gefragt wird, und kommen auf ein Flehen hin?
Während der intensiven Beschäftigung mit Gott wird bald offensichtlich, dass es ganz anders ist, als bis dahin gedacht. So lässt sich Gott in jedem Fall für jeden Menschen finden, wenn er seinen höchstpersönlichen und damit ganz individuellen Weg zu ihm einschlägt und kontinuierlich geht.
Es begab sich, dass ich hörte, ich könnte an einem Ort voller Herrlichkeit leben. Diese Herrlichkeit wäre der Himmel und Gott thront darin über all das wundervolle Leben, die Pflanzen und die Sterne. Bei ihm könnte ich ewig sein und meine Sorgen und Nöte wären für immer verschwunden und die Tränen meines Lebens getrocknet.
Familienmitglieder nahmen mich an die Hand und führten mich zu einer tiefen Schlucht. Das Rauschen des Wassers drang ohrenbetäubend bis ganz nach oben. Ich sorgte mich nicht, denn sie waren hier zu Hause und die Bogenbrücke, die ich schon von weitem sah, war ihr täglicher Weg.
Als ich mit ihnen näherkam, bemerkte ich die ungewöhnliche Struktur dieser Brücke. Eine verwitternde Schicht schien die Konstruktion von unten her zu stützen. Die hiesige Seite begann darauf mit recht groben Blöcken, die in Größe, Form und Farbe sehr verschieden waren und sich unlösbar aneinanderpressten. Den Anschluss an jenes Gebilde offensichtlich vieler tausender Jahre bildeten vier übereinanderliegende Platten, gefolgt von einem Gemisch aus Sand, Kies und Felsbrocken, was vermengt das andere Ende bildete.
Auf diesem seltsamen Bauwerk sollte ich nun zur anderen Seite gehen? Kein Problem, dachte ich mir ohne langes Überlegen, ich folge einfach den anderen nach und komme wie sie ohne Probleme drüben an. Und tatsächlich, die Oberfläche des Weges war alles in allem eben und sehr gut zu gehen. Kleinere Unebenheiten gab es sicherlich, doch half man mir bereitwillig darüber hinweg, indem ich Fragen umgehend und zu meiner Zufriedenheit beantwortet bekam. Die massive Brüstung zu beiden Seiten der Brücke verlieh mir Sicherheit und das Tosen des gewaltigen Flusses unter mir nahm ich nicht mehr als Bedrohung wahr. Menschen kamen mir entgegen, andere überholten mich sogar. Die Zeit verflog und bald erreichte ich das gegenüberliegende Ende. Schön war es an diesem anderen Ort; viele Menschen sangen, tanzten und freuten sich ihres Lebens.
Aber dennoch gingen sie recht bald wieder zurück. Als ich in ihre erfreuten Gesichter sah, fragte ich mich, warum sie das taten, warum sie das Leben hier wieder mit dem alten Leben eintauschten und das wiederholt, gar mehrmals täglich. Aber auch da bin ich wieder zurückgegangen, bis ich mich eines Tages wirklich ernsthaft fragte, warum ich überhaupt auf die andere Seite möchte, wenn ich doch auch wieder zurückwill.
Kann es dann nicht sein, dass ich die andere Seite nur als Insel betrachte, die mich von meinem wahren Leben auf dieser Seite, der Welt, verschnaufen lässt? Oder ist es nicht gar so, dass nicht die andere Seite der Schlucht mein Ziel ist, sondern dieser angenehme Weg darüber? Wohin führt dann dieser Weg, wenn er hin- und hergeht? Komme ich denn jemals dort an, wo ich ursprünglich einmal hinwollte?
Die Fragen standen im Raum, Antworten darauf bekam ich lediglich von denen, die schon seit langem ihren Weg über die Brücke gingen: „Nein, das ist bei weitem nicht nur irgendein Ort. Dieser Ort ist unser Leben.“
Obwohl niemand klarstellte, welches Leben sie meinten und welcher Ort dann genau damit gemeint war, dachte ich mir, ihnen einfach weiterhin immer schön hinterherzulaufen. Da es schon so lange für so viele Menschen richtig ist, muss es schließlich gut sein.
Eines Tages war ich in Begriff, die Herrlichkeit der Seite Gottes wieder zu verlassen, um nach Hause zu gehen, als ich beim Nähertreten an die Brücke ein kleines unscheinbares Schild mit kaum noch lesbarer Aufschrift erblickte. Ich hatte es bisher in meiner taumelnden Freude übersehen, doch an diesem Tag fiel es mir auf. Darauf stand nur ein einziger Satz: Die Brücke hat schwere statische Mängel.
Erschrocken blieb ich stehen und blickte auf die anderen Leute, wie sie unbekümmert die Schlucht auf jener Brücke überwanden.
Würde man über eine hohe Brücke gehen, obwohl sie augenscheinlich nicht sicher sein könnte? Also ich habe das damals getan, waren die überall vernommenen Worte doch so vielversprechend.
Würde man aber über eine hohe Brücke gehen, obwohl sie augenscheinlich nicht sicher sein könnte und darüber hinaus noch vor schweren Schäden gewarnt wird? Mein erster Gedanke: „Also ich würde dann definitiv nicht darüber gehen, auch nicht nach noch so schönen Worten.“
Weit gefehlt, ich ging wieder einmal in der Menge der vielen anderen Brückengänger mit. Die Gefahr, die durch die vermeintliche Sicherheit der massiven Bauweise und der Vielzahl der daran glaubenden Menschen verschleiert wurde, existierte gedanklich bereits dann nicht mehr, als man mich auf die Brücke schob. Niemand sprach Zweifel aus und alle gingen sie mit. Der Weg flimmerte leicht im Sonnenschein, nichts Merkwürdiges passierte und alle waren sie fröhlich, sodass dieser Schreck schließlich nicht lange anhielt. Ich ging wie alle anderen zurück … und wieder hin und zurück, und hin und zurück, und hin und zurück …
Die Bibel ist nichts anderes als jene Brücke. Sie soll den Bogen spannen zwischen dem Unglauben und dem Glauben, zwischen dem verweslichen Körper und dem unverweslichen, zwischen dem Leben auf der Erde und dem Leben bei Gott in den Himmeln.
Alle Gläubigen haben ihr geistiges Leben, das bestenfalls den Glauben an Gott beinhaltet, am Rande jener Brücke begonnen. Da waren die christlichen Lehren, die das Gebilde zu stützen versuchten, da war der Pfeiler der alten Schriften auf der einen und der Offenbarung auf der anderen Seite, da war der Fußweg der Evangelien und links und rechts befanden sich die Geländer der Lehrbriefe mit der drüber thronenden Trinität Gottes. Die Bibel selbst war heilig und nichts konnte an diese festgeschriebene Heiligkeit heranreichen.
Endlich hatte ich etwas in die Hand bekommen, was meinem Leben Sinn verlieh. Wie wunderbar war es, mit den Verheißungen der Bibel aufzustehen, den Tag, den Abend und dann die Nacht mit der biblisch verbrieften Gewissheit zu verbringen, dass ich bereits gerettet sei, egal, was ich so treibe. Alles ist mir vergeben: Denke ich an die begehrliche Frau vom Nachbarn – nicht der Rede wert, lüge ich jemandem ins Gesicht – kein Problem, schreie ich jemanden an – auch das ist nicht so schlimm, ich müsste nur einmal ein kurzes Gebet in den Himmel schicken und schon würde ich wieder in den Armen meines geliebten Vaters liegen.
Wie könnte man denn auch etwas anderes denken, steht doch alles so in der Bibel geschrieben, und ganz schlaue Leute haben gesagt, dass sie das Wort Gottes sei. Gott hat sich doch selbst dazu verpflichtet. Wem kann man dann noch einen Vorwurf machen, wenn nicht Gott persönlich?
Ich würde auch heute noch fest an die Bibel glauben; Gott selbst wäre zwar für mich immer noch unerreichbar, aber ich hätte den festen Glauben an etwas, was ich in die Hand nehmen, darin nachlesen, mich mit anderen darüber verständigen und direkt quasi nach Vorlage leben kann. Ich könnte dann auf dieser Brücke herumtanzen und mich mit anderen Gleichgesinnten meines Lebens freuen, ohne befürchten zu müssen, dass etwas passiert.
Es gab allerdings einen Mann, der einmal schrieb, dass es notwendig wäre, verschiedene Aussagen der Bibel so zu erklären, dass sie zusammen auch Sinn machen. Das war der Moment, als offensichtlich wurde, dass es sehr wohl Probleme mit der Statik dieser Brücke gibt. Ich wollte sie aber bisher nicht wahrhaben.
Jetzt war es notwendig geworden, sich intensiv mit dieser Problematik auseinanderzusetzen. Es ging dabei nicht darum, die Bibel von vornherein komplett in Frage zu stellen, nein, es sollte vielmehr nach einer Lösung für das Problem des Auftretens von häufigen Ungereimtheiten gesucht werden, die selbst jener Mann, dessen analytische Fähigkeiten höchst bemerkenswert waren, im Endeffekt nicht finden konnte. Es waren also leere Räume entstanden, die gefüllt werden mussten, damit die Brücke nicht doch einstürzt. Es fand sich aber selbst nach intensiver Suche auch unter Zuhilfenahme externer geistiger Quellen keine Füllung, sodass ich annehmen musste, dass es gar keine Füllung dafür gab.
Die Ursachen, also die Hohlräume in der Konstruktion der Bibel, sind nicht durch jene Ungereimtheiten entstanden, sondern durch jedes einzelne und noch so kleine jedoch fragwürdige Indiz. Das heißt im Umkehrschluss nichts Anderes, als dass es keine Ungereimtheiten geben kann, wenn die vorhandenen Informationen klar und deutlich formuliert und natürlich glaubwürdig nachgewiesen sind. Da die Bibel nur so vor Ungereimtheiten strotzt, wurde es notwendig, mit einer anderen und von der Bibel unabhängigen Vorgehensweise an die Sache heranzugehen, Gott zu erkennen.
Es begab sich also, dass sich mir ein Gedanke in den Weg stellte, der von einem anderen Weg quer über die Schlucht sprach. Dieser Weg wäre nicht annähernd so komfortabel wie die Bogenbrücke. Es gäbe keine hohen Brüstungen, die mich vor Gefahren schützen, der Pfad hinüber wäre sehr schmal, manchmal glitschig, doch weitgehend holprig und das tosende Wasser unter mir würde mich hin und her werfen, so sehr würde es nach oben stieben. Es würde mir gerade auf den ersten Metern die Sicht nehmen wollen und ich könnte ausrutschen und tief fallen, wenn ich zu schnell laufe, und ich würde verzagen wollen, wenn es nur langsam vorwärtsgeht. So müsste ich es auch unbedingt wollen, denn die Erinnerungen an die Wohlgefälligkeit der Bogenbrücke zwischen den beiden Leben würden an mir nagen. Die Reise auf diesem Steg dagegen sei hart und endet nie, und je näher ich der anderen Seite komme, desto weiter rückt sie davon. Doch muss ich verstehen, dass es nur scheinbar so ist, denn Gott als Ziel lässt sich finden.
O ja, ich wollte diesen Weg gehen, egal, was sich mir in den Weg stellen wollte, egal, was mich schüttelt und an mir reißt. Denn gleichzeitig mit diesem Gedanken kam die Gewissheit, dass die Sicherheit Gottes stets bei mir sei und ich, sollte meine Kraft einmal nachlassen, nur nach ihm greifen muss, mich an ihm zu halten, um in seiner Gegenwart die Kraft wiederzufinden, den Weg fortzuführen.
Ich ging also los und gehe immer noch auf diesem Weg. Gott, mein Vater, ist stets bei mir und bietet mir seinen Halt an. Natürlich komme ich, ohne mich an ihm festzuhalten, keinen Meter weiter, möchte ich nicht Gefahr laufen, dem Sog der Welt zu erliegen. Doch je länger ich unterwegs bin, desto mehr freue ich mich über jeden noch so kleinen Schritt meines Lebensweges mit ihm.
Ich hätte es noch vor kurzem nicht für möglich gehalten, dass für mich dabei einmal die Wissenschaft eine Rolle spielen würde, der Erkenntnis Gottes näherzukommen. Doch nunmehr weiß ich, dass sich in der heutigen modernen Zeit nur mit der Wissenschaft ein Zustand der Sicherheit im Glauben erreichen lässt.
Ohne Wissenschaft bleiben zumindest unbewusst Zweifel und der Glauben ist schwach.
Man kann Gott nicht greifen, was ein äußerst großes Problem für alle Gläubigen darstellt. Das sensitive Greifen, die Berührung, oder sei es auch nur das Wissen, dass man Dinge theoretisch berühren könnte, ist substanziell, um sich aus seiner weltlichen Umgebung zurückziehen und damit vor ihr verstecken zu können. Der Mensch braucht eine Wand, hinter der er Schutz findet. Wenn es nicht Gott ist, ist es etwas anderes.
Die Archäologie als äußerst hilfreiches Werkzeug der Wahrheitsfindung im Allgemeinen und die modernen wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden zur Datierung und Materialbeschaffenheit im Speziellen fanden zusammen wichtige Nachweise für die spärliche und oft falsche Grundlage, worauf die Bibel historisch aufgebaut ist.
Der Mensch sträubt sich innerlich gegen Aussagen, die für ihn keinen Sinn ergeben, es sei denn, man redet sich etwas ein. Ich rede mir nichts ein. Dafür habe ich keinen Nerv. Und wenn ich nicht alles glauben kann, was mir vorgesetzt wird, kann ich das auch nicht berücksichtigen, egal, wie sehr mir das persönlich entgegenkommt. Wie dem auch sei, die Bibel hat in jedem Fall jeder kritischen Untersuchung standzuhalten, da kann es keine Ausnahmen geben – Wunschdenken führt lediglich in ein geistiges Fiasko.
Also ja, die Wissenschaft, zu der die Archäologie als Teil der Sozial- bzw. der Geisteswissenschaft unbestritten gehört, hilft sehr wohl, Gott zu erkennen, denn die Wissenschaft weist nach. Sie ist keine Gefahr für meinen Glauben an Gott, da sie als konträre Kraft zum Glauben an ihn seine Existenz nicht beweisen will, seine Nichtexistenz aber auch nicht beweisen kann. Für mich ist Gott nicht ein vages Konstrukt aus Aussagen, das durch die Hoffnung auf Erklärungen durch einen heiligen Geist am Leben gehalten wird, sondern die logische Schlussfolgerung aus dem, was um mich herum real existiert und geschieht.
Gott ist Geist, alles andere die Welt. Gott lebt unabhängig von Raum und Zeit. Er lebt im Verborgenen und ist doch allgegenwärtig. Gott war, Gott ist und Gott wird sein – er lebt in Ewigkeit. Dabei ist er der allmächtige Schöpfer und Richter von allem und allen und der Befreier aller, die wahrlich an ihn glauben.
Wenn auf dieser Seite von Gott die Rede ist, ist deshalb ausschließlich er als „Ein Gott“, der geistige(!) Vater gemäß dem Propheten Jesus gemeint. Von anderen Göttern distanziere ich mich ausdrücklich.
Wie während der Gebete Jesu hört Gott prinzipiell jedem Gebet zu und versteht, doch wird er nicht hörbar antworten, obwohl sich der Mensch das immer so sehr wünscht. Wenn von ihm als notwendig erachtet, offenbart er sich direkt mit Erkenntnis, die über die Erkenntnisgewinnung durch Nachdenken hinausgeht, was natürlich nur sehr wenigen Berufenen zuteil wird. [Ich gehöre allerdings nicht dazu.] Sollte in der Bibel von direktem Gespräch mit Gott und Anweisungen von ihm berichtet werden, kann es sich deshalb nur um Eingebungen handeln. In wieweit diesen Berichten Glauben geschenkt werden kann, spielt hier erst einmal keine Rolle, so ist doch Gott bekanntermaßen Geist und als dieser sehr wohl real, aber eben auch kein Gesprächspartner im herkömmlichen Sinn.
Der Mensch ist als bewusst handelnde Kreatur nichts weiter als die Sünde schlechthin. Weil die Sünde das ist, was den Menschen von Gott trennt, trennt sich der Mensch permanent selbst von Gott. Gäbe es nicht die Gnade Gottes, wären alle Menschen verloren! Ist sie umsonst? Natürlich nicht – der Mensch muss etwas dafür tun! Das heißt: Gott bietet zwar allen Menschen seine unglaubliche Gnade an, so muss sie der Mensch aber auch annehmen. Und annehmen heißt, Gottes Willen zu tun … nicht nur einmal oder zweimal … immer! Das kann der Mensch nicht. Da aber Gott reine Gnade ist, „begnügt“ er sich damit, wenn es der Mensch auch wirklich will.
Mit dem Herausrufen des Volkes Israel – wie auch immer dieses Herausrufen erfolgt sein soll – erlangte Israel keineswegs einen Vorteil gegenüber den anderen Völkern, sondern ihm wurde damit eine schier untragbare Bürde auferlegt, die ohne Gott zwangsläufig zum Versagen führen muss. Israel, welches sich dennoch als Gottes herausgerufenes Volk bezeichnet, erlebte mit ihm als Mittelpunkt des geistigen und weltlichen Lebens stets eine Blüte der Gesellschaft. Jene Blüte aber stellte sich bald darauf wieder als Basis für den Untergang heraus, wenn sich Israel von Gott abwandte. Wenn es dem Menschen gut geht, und damit sind durchaus alle Menschen gemeint, möchte er mehr. Er stellt dann sein eigenes Interesse über das der anderen und vergisst in diesem Rausch jeden und alles um ihn herum.
Der vielgepriesene Humanismus schlägt fürchterlich zu, wenn des einen Gerechtigkeit des anderen Ungerechtigkeit ist, wenn des einen Frieden des anderen Krieg ist, wenn des einen Wohlstand des anderen Armut ist und wenn das halb volle Glas genauso wenig nützt, wie das halb leere, da es bei weitem nicht ausreicht, alle Verdurstenden auch nur ansatzweise zu retten.
Wenn eben jenes positive Denken nicht rettet, sondern verdammt, wenn Philosophie nicht hilft, die seelischen Schmerzen der Geschlagenen zu lindern und der Mensch seiner unglaublichen Boshaftigkeit freien Lauf lässt, dann hat der Humanismus als Basis einer friedlichen Koexistenz vollkommen versagt.
Wenn der Mensch denkt, er hätte einen freundlichen Menschen vor sich, sollte er sich überlegen, wie schnell das ins Gegenteil umschlagen kann, wenn dieser Mensch aus seiner Komfortzone geholt wird und man selbst vielleicht sogar der Grund dafür ist. Aus Freundlichkeit wird dann unter Umständen im Handumdrehen das schier unfassbar Böse – das wahre Gesicht des Menschen.
Jesus sagte einmal: „Es ist nur einer gut, und das ist der Vater in den Himmeln.“
Jesus wurde mit Fleisch, Blut, Herz und Geist von einer fleischlichen Frau geboren. Er wurde von Gott deshalb als sein Sohn bezeichnet, weil er stets dessen Willen tat. Inwieweit Jesus sein ganzes Leben lang ohne Sünde war, oder ob er erst ab dem Zeitpunkt der Erkenntnis seines Vaters von der Sünde ließ, kann ich nicht sagen. „Christus“ wurde irgendwann nach dem Tod Jesu von den Heidenchristen als dessen Beinamen verwendet, wie er auch theoretisch für Könige als (angeblich) Gesalbte Gottes hätte verwendet werden können, was es jedoch aus gutem Grund nicht gab. Erst mit dem Neuen Testament wurde diese ursprünglich rein geistige Bezeichnung, die zuvor in keiner Anrede und in keinem Titel Verwendung fand, schriftlich übernommen und mit einem weltlichen Namen vermischt, um die Außergewöhnlichkeit Jesu hervorzuheben. Leider ging das über das Ziel hinaus und aus Jesus wurde nicht nur ein Gesalbter, sondern ein Gott gemacht.
Salbung, Gesalbter, salben … all das sind Wortkreationen, die auf eine Rechtmäßigkeit infolge der Bestätigung durch Gott hinweisen soll. Solch eine Bestätigung kann es nicht geben, da der Mensch allein für seine Taten verantwortlich ist und eine gewisse Mitschuld von Gott am Versagen des Menschen vehement ausgeschlossen werden muss.
Ich habe mir lange Gedanken darüber gemacht, wie ich weltliche Aspekte, also all das, was den Menschen umgibt, mit den geistlichen Aspekten „Gott – Geist – Ewigkeit – Unendlichkeit“ so übereinbringen kann, dass das Ganze auch Sinn ergibt. Unsinn gibt es schließlich genug. Die Ausführungen im folgenden Thema „Der Versuch einer weltlichen Erklärung Gottes“ sind das Ergebnis intensiver Fragestellungen. Natürlich konnte die Bibel mit ihren teils übertrieben mystischen Texten nicht viel zu diesen Betrachtungen beitragen, obwohl der ausschlaggebende Hinweis für den Lösungsansatz tatsächlich von ihr selbst kommt.
Wenn man Gottes Sein wirklich suchen möchte, ist es unerlässlich, den Blick vom Menschen wegzulenken und einzig nur auf den zu schauen, der die Antworten auf die essenziellen Fragen bis zum menschlichen Begreifen geben kann, nämlich Gott selbst.
Wie bekannt ist, wurden von Gott die Erde und die Himmel über ihr geschaffen. Da alles in und durch ihn geschaffen wurde, muss Gott selbst die Existenz sein. Ohne Gott ist Existenz unmöglich. Doch wie kann man sich solch eine Existenz vorstellen?
Um als Geist existieren zu können, bedarf es keines Raumes. Der Raum wurde vor unbekannter Zeit von Gott derart geschaffen, dass die Dimensionen die Vorstellungsfähigkeit des Menschen immer noch weit übersteigen. Die im ersten Mose angesprochenen Himmel stellen demnach eine für den Menschen, wenn überhaupt nur relativ fassbare Version des Raumes dar. Was sich darüber hinaus erstreckt, kann wieder nur Gott sein, denn Raum ist endlich, doch Gott ist unendlich.
Bis jetzt gab es noch nichts in diesem Raum, was ein Sandkorn, ein Felsbrocken, ein Planet oder gar ein Sonnensystem sein könnte – es befand sich lediglich Energie darin. Woraus konnte Gott dann Materie entstehen lassen?
Zur Beantwortung dieser Frage kann man die im Alten Testament der Bibel angesprochenen Sandkörner in ihrer Vielzahl rein anschaulich als unvorstellbare große Vergleichsgröße heranziehen. Wenn man nur von dem Sand auf dieser Erde spricht, wie groß wäre die Anzahl der geteilten Sandkörner, wenn die Anzahl der ursprünglich vorhandenen Sandkörner schon unglaublich groß war. Und wie groß müsste dann erst die Anzahl der Körner sein, die aus einer weiteren Teilung entstehen. Einmal mit der Teilung begonnen, müssen stets teilbare Teilchen vorhanden sein, die sicher nicht, wie beim Sandkorn, lediglich Teile eines Sandkorns sind. Nach nicht allzu langer Teilungstätigkeit ist man nämlich beim Atom angekommen. Doch auch Atome bestehen aus etwas, was beim genaueren Hinsehen sehr wohl zu teilen geht. Und nur, weil die heutige Wissenschaft nicht in der Lage ist, die Komponenten von Quarks und Gluonen zu bestimmen, geschweige denn nachzuweisen, heißt das ja schließlich nicht, dass es diese noch viel kleineren Teilchen nicht gibt. Es ist nicht zu widerlegen, dass deshalb allein die theoretisch mögliche Teilungsrate von Teilchen unendlich sein muss, denn Energie hat keine Masse. Nach unendlicher Teilung von Materie liegt also unendlich viel Energie und somit die Basis für unendlich viele Informationen vor.
Nur in Energie(zuständen) können all die Informationen gespeichert sein, die nötig sind, um solch eine Unzahl von Materie schaffen zu können. Diese Informationen liegen dabei in unendlich viel Energie vor, welche beherrscht werden muss. Das geschieht durch ihre eigene Kraftwirkung, die sie mit sich bringt. Gott allein ist es, der das kann, und nicht nur das, er setzt bewusst Energie zu Atomen zusammen. Und weil Zeit keine Größe für Gott darstellt, können theoretisch so unendlich viele Atome parallel von ihm geschaffen werden.
Es gibt eine Konstante, welche die Anzahl der Atome in 1 Gramm Materie mit 100 Trilliarden angibt, in dem 25 Millionen Kilowattstunden Energie steckt. Das ist enorm viel für solch eine geringe Menge Materie. Die Erde wiegt, wie offiziell vertreten wird, 5,927 Trilliarden Tonnen. Wie man unschwer nachvollziehen kann, ist die Energie, die sich in dieser Masse befindet, unvorstellbar groß. Schaut man dann aber auf die Sonne des Sonnensystems, erscheint diese Zahl schon wieder etwas kleiner, wenn man bei solchen spektakulären Dimensionen überhaupt noch von „kleiner” sprechen kann, denn die Sonne ist 330.000 Mal schwerer als die Erde. Richtig groß wird es dann jedoch, wenn man sich den größten bekannten Riesen „Stephenson 2-18“ betrachtet, der die Sonne ganz und gar 10 Milliarden Mal aufnehmen könnte. Ist das alles, was möglich ist? Ich bin überzeugt, dass Gott mit dem bekannten Weltraum einen Raum geschaffen hat, den der Mensch nie auch nur ansatzweise wird erforschen können, so gewaltig ist dieser. Natürlich befinden sich in diesem Raum Himmelskörper, von denen der Mensch bislang nicht einmal ahnt, dass es so etwas geben könnte.
Im Weltall, also in dem Teil des Universums, der sich dem Menschen gedanklich erschließt, sind Bereiche anzutreffen, die auch heute noch nicht und ganz sicher auch in Zukunft nicht rein visuell beobachtet werden können. Sie werden bestenfalls berechnet, was der Wissenschaft reicht, sie als gesichert existent anzunehmen. Die heutige Wissenschaft kommt einer geistigen Erklärung jener Gebiete sehr nahe, indem sie feststellt, dass: Zitat Wikipedia » … Licht und damit auch jegliche Information auf einen bestimmten Bereich der Raumzeit beschränkt bleibt und diesen nicht mehr unmittelbar verlassen kann. « Zitat Ende. Hier endet allerdings nicht nur das Zitat, sondern auch die Wissenschaft.
Wenn man sich Gott als endlose Energie vorstellt, versteht man sicher auch die beschränkten Fähigkeiten der Naturwissenschaften, die zu nicht geringen Teilen auf Annahmen beruhen, solch einen Ort über eine vage Vermutung hinaus zu interpretieren. Schwarze Löcher existieren, doch warum, seit wann und in welchem Umfang sie existieren, wird nie vom Menschen herausgefunden werden. Es gibt eine Grenze, die den natürlichen vom geistigen Vorgang trennt und die ohne eine gewisse Erkenntnis Gottes nicht überwunden werden kann. Viele Wissenschaftler bescheinigten am Ende ihres demnach unsinnigen Lebens, dass es Gott geben muss, weil vor allem die naturwissenschaftlichen Erklärungen nie auch nur annähernd ausreichen, Gott und die Welt zu erklären.
Ist Gott mit seiner Schöpfung deshalb kleiner geworden? Ganz sicher ist er das nicht, denn Gott ist als Ursprung jeglicher Materie unendlich viel Energie. Es ist Gott, der durch sich die Voraussetzungen zur Bildung eines Atoms schafft. Gott ist also die Materie selbst und auch die Kraft, die diese Materie zusammenhält. Er ist alles in allem und, weil Energie keine Dimension hat, ist er das überall und gleichzeitig. Es gibt deshalb lediglich eine einzige Grundform der Existenz in Ewigkeit: Gott!
Ihn so zu erforschen, sollte jedem möglich sein, ihn aber in seiner Gesamtheit zu begreifen, entzieht sich den menschlichen Fähigkeiten.
… wird u.U. noch veröffentlicht
Gott war, und sonst war nichts. Dann schuf Gott das allgemeinhin bekannte Universum, das als Raum entstand. Dort hinein setzte er die Erde. Die Erde aber war ohne Licht; sie war öde; sie war eine einzige Tiefe. Gott war im Begriff, den nächsten Schritt zu tun.
Gott plante dieses Mal die Schaffung eines ganz besonderen Ortes. Voller Leben sollte er sein; vielerlei Tiere würden sich dort bewegen und friedlich jenen Ort teilen. Gut zu essende Pflanzen sollten allen als Nahrung dienen. Und in die Mitte dieser paradiesischen Schöpfung soll jemand gesetzt werden, der dem Bild nach Gottes Geist entspricht und alle Tiere hütet und Pflanzen pflegt. Mit diesem würde Gott dann Gemeinschaft haben.
Die ursprüngliche Schöpfung der Erde begann bereits vor den näher beschriebenen Geschehnissen in der Bibel, denn zum Beginn des Schöpfungsberichts waren die Erde und das darauf befindliche Wasser schon vorhanden.
Die biblische Schöpfung begann, als Gottes Geist das erste Mal erwähnt wird, wie er über den Wassern schwebt und Gott unmittelbar davor ist, seinen Willen „Mensch“ in die Tat umzusetzen.
Die Basis für das Schöpfungsverständnis des Menschen wird geschaffen, als sich Gott durch das Trennen des Lichts von der Dunkelheit dem späteren Menschen als Schöpfer offenbart und dieser ihn so von Anfang an in seiner göttlichen Allmacht erkennen kann und soll.
Gott legt als Souverän in seiner vollkommenen Ordnung die Schöpfung mit der Dauer und dem Umfang der einzelnen Schöpfungsabschnitte akribisch genau fest.
Gott hat bereits den Raum geschaffen. Leben ist allein im Raum nicht möglich, weil Lebensprozesse nicht stattfinden können. Dafür ist Zeit notwendig. Die Zeit wird von Gott als relativ, also als sich ergebend definiert, als Gott dafür jenes Licht entstehen lässt, welches sich in einer absolut konstanten Geschwindigkeit ausdehnt. Gott erweist sich damit als Grundlage für alles Leben.
Gott bildet die Atmosphäre, die in Anlehnung an deren überlebenswichtige Funktion als Schutzschild vor Auskühlung, Überhitzung, Strahlung, Atemluftverlust, Meteoriten etc. das feste Gewölbe genannt wird. In diesem Himmel werden sich Wolken bilden, welche den Regen für reiches Pflanzenwachstum in sich tragen.
Gott scheidet das Wasser der Erde vom Land, indem er es ins Erdreich verlaufen und zu Wolken verdunsten lässt. Der Ur-Ozean nimmt stetig ab, bis die entstandenen Weltmeere die Kontinente umfließen, die von Gott begrünt werden.
Gott bildet die Sonne und den Mond und die schier endlose Fülle der Sterne. Gleichzeitig wird es erstmals hell und wieder dunkel, und das im nunmehr steten Wechsel. Die Zeit vergeht, und mit Stunden, Tagen, Wochen, Monaten und Jahren kann sie von nun an bestimmt werden. Gott schafft damit die Entstehung, die Bewegung und schließlich das Vergehen. Doch was soll entstehen, sich bewegen und letztlich wieder vergehen? Die Antwort darauf ergibt sich an den Tagen Fünf und Sechs.
Es sind die Lebewesen der Luft und des Wassers, die Gott an diesem fünften Tag erschafft. Es folgt ein …
Und nachdem alles für den Menschen vorbereitet ist, erschafft Gott am sechsten Tag die Tiere der Erde und den Menschen. Er haucht dem Menschen Lebensodem ein, damit er geistig lebt. Als Lebensraum hat Gott für ihn den Garten Eden vorgesehen, den er sogleich bepflanzt. Neben vielen verschiedenen fruchttragenden Bäumen stellt er auch den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse und den Baum des Lebens dort hinein. Da es bisher nicht geregnet hat, wird der Garten Eden von vier Flüssen bewässert. Tiere werden dem Menschen zur Obhut übergeben.
Am letzten, dem siebten Tag, beschaut sich Gott wohlwollend sein Gesamtwerk.
Gott ist kein Töpfer, „ein Fleisch sein“ muss geistig betrachtet werden, eine Schlange spricht nicht und ein Baum ist ein ganz normaler Baum.
Große Teile des Schöpfungsberichtes bestehen aus Bildern. In der Art Jesu hilft die bildhafte Rede hervorragend, den Unterschied zwischen dem menschlich-geistigen Sein bei Gott im Garten Eden und dem menschlich-weltlichen Sein nach dem Sündenfall, sprich ohne Gott, verständlich zu machen.
Selbstverständlich gab es bereits zu Zeiten von Dinosauriern und weiter davor schon Sterne und Sonnen. Ob diese jedoch während einer gigantischen Eiszeit der Erde nach den Dinosauriern bis zu den Geschehnissen aus dem Schöpfungsbericht um die Erde herum waren, weiß ich selbstverständlich nicht. Es ist aber wegen dem Schöpfungsbericht, Tag 4, schwer anzunehmen, dass das nicht der Fall war.
Eine Atmosphäre aus grauer Vorzeit gab es nicht mehr, jedoch musste die Erde bis zu den Geschehnissen aus dem Schöpfungsbericht geschützt sein. Das wurde von Gott mit Eis sichergestellt, unter dem die Erde wohl jene Jahrmillionen verweilte. Gott ließ zu gegebener Zeit das gefrorene Wasser dieser schützenden Eishülle wieder schmelzen.
Die Zeit bekommt am vierten Tag ihre Einheit, was nicht mit der Offenbarung Gottes an den späteren Menschen als Notwendigkeit der Erkenntnis Gottes am ersten Tag zu verwechseln ist.
Es ist anzunehmen, dass Gott die einzelnen Komponenten während der sechs Tage zu einem ruhenden System zusammenfügte und dieses System erst nach Fertigstellung am siebten Tag in Bewegung setzte, das seither stabil arbeitet.
Im Schöpfungsbericht wird dargelegt, dass Gott den Menschen aus Staub bildete. In manchen Übersetzungen wird auch die Meinung vertreten, dass er aus Erde geschaffen wurde. Ist der Mensch nun ein sich bewegender Staubhaufen oder etwa eine Tonfigur, die plötzlich anfing zu laufen? Die kurze Antwort: Nichts dergleichen, rein körperlich unterscheidet ihn über die artspezifischen Merkmale hinaus nichts von den anderen höheren Tieren, die im Kern alle gleich funktionieren. Der Mensch konnte nicht aus Staub oder sonst einem wesensfremden Material geschaffen sein. Wenn Erde bzw. Staub im Zusammenhang mit der Erschaffung des Menschen genannt wird, wird dadurch nur die spätere weltliche Verbundenheit des Menschen als Basis des menschlichen Lebens angedeutet. Gott ist perfekt in allem, was er tut und revidiert nichts von dem, was er einmal geschaffen hat.
Es steht geschrieben, dass Gott den Menschen nach seinem Bilde und als Mann und Frau erschuf.
Schlussfolgernd muss man deshalb dem Schöpfungsbericht entnehmen, dass Gott den Menschen primär als Mensch erschuf, der keinerlei Geschlechtsmerkmale aufwies. Erst nachdem er dem Menschen seinen Odem eingehaucht, ihn in den Schlaf versetzt und die Frau aus ihm gebildet hatte, wobei der Mann gewissermaßen übrigblieb, kann man von zwei verschiedenen Geschlechtern ausgehen. Das war auch notwendig, denn somit wurde von Gott sichergestellt, dass beide Geschlechter seinen Odem gleichermaßen in sich tragen und sie deshalb vor Gott und sich selbst gleichberechtigt existieren. Der Glauben an Gott vereinte sie, nicht der intime Kontakt, weswegen „ein Fleisch sein” geistig zu betrachten ist. Beide waren sie nackt, und doch schämten sie sich nicht, weder vor Gott noch voreinander.
Es ist in diesem Fall sehr müßig, darüber nachzudenken, und es hilft auch überhaupt nicht bei der anzustrebenden Erkenntnis Gottes weiter, ob mit der Schaffung des Menschen der Schöpfungsbericht widersprüchliche Aussagen beinhaltet. Das mag oberflächlich betrachtet so sein, beim Betrachten von Details sieht es allerdings ganz anders aus, wenn man hier den Willen Gottes mit einbezieht, dessen Umsetzung unter Umständen in mehr als einem Schritt beschrieben wurde. So deutet z.B. das Wort „Gefährtin” darauf hin, dass Gott erst den Mann erschuf, aus dem dann die Frau gebildet wurde, was bei genauerem Hinsehen keineswegs der Fall ist. Sie entstanden gleichzeitig und das auf Grundlage eines Menschen. Die Frau ist damit sehr wohl eine Gefährtin des Mannes, so ist aber auch umgekehrt der Mann sehr wohl ein Gefährte der Frau.
Wie sich bald herausstellen sollte, ist mit der Frau dem Mann von Gott weitaus mehr als eine Gefährtin an die Seite gestellt worden. Die Frau ist ab dem Sündenfall nicht allein Gefährtin des Mannes, sondern auch der Ursprung des menschlich-weltlichen Lebens. Als Überträgerin der Seele ist sie die Basis für das Fortbestehen der Menschheit. Und der Mann? Er muss sich dessen bewusst sein und seiner Aufgabe, dem Tragen der Verantwortung für die Frau und alles menschliche Leben, gerecht werden. Leider versagen beide Geschlechter gleichermaßen, weil die Frau unbedingt die Verantwortung des Mannes übernehmen will und auch übernimmt und der Mann das gleichermaßen nicht nur bereitwillig zulässt, sondern weiträumig sogar fördert.
Der Garten Eden ist meiner Meinung nach eine Oase inmitten einer großen Wüste gewesen. Er war selbstverständlich ein Teil der Erdoberfläche. Die beiden unterschiedlichen Begrünungen bzw. Bepflanzungen der gesamten Erde am Tag Drei und des Gartens Eden am Tag Sechs deuten hierbei auf zwei grundsätzlich verschiedene Areale hin, die sich neben der Flora sehr wohl auch in Fauna unterschieden haben. In der Welt außerhalb des Gartens Eden gab es natürlich von Anfang an lebensfeindliche Gewächse und Tiere, wie Giftpflanzen, giftige und Raubtiere. Da nach der Schöpfungsgeschichte nicht wieder in das bestehende System eingegriffen wird, erscheint diese Annahme plausibel. Schließlich wurde damit der Unterschied des Lebens in Gottes Obhut und in der Welt von vornherein durch Gott festgelegt. Gott nahm nach dem Sündenfall mindestens einen der vier Flüsse weg, die als natürliche Barriere und Wasserspender dienten, womit der Garten Eden physisch aufhörte zu existieren. Es konnte sich jetzt auch dort jegliches Leben entsprechend der damaligen Bedingungen ausbreiten oder eben verschwinden.
Wenn man den Schöpfungsbericht des Alten Testaments aufmerksam liest, wird man bemerken, dass Gott darin dem Menschen im Garten Eden gebot, fruchtbar zu sein, jegliche Tiere der Erde und des Meeres zu beherrschen und darüber hinaus sich ganz und gar die gesamte Erde zum Untertan zu machen. Wie soll das möglich sein, hat doch erstens der Mensch im Garten Eden gar keinen Zugang zum Meer und zweitens machte der Garten Eden nur einen relativ kleinen Bereich der Erdoberfläche aus, der viel zu klein war, um von da aus die ganze Erde Untertan zu machen. Auch die fruchtbare Fortpflanzung des Menschen wäre im wahrsten Sinne des Wortes bald an ihre Grenzen gestoßen.
Dieser Vers kommt also einer Aufforderung des Menschen zur Dominanz gegenüber anderen Lebewesen und, wie sich herausstellte, gegenüber sich selbst gleich. Der Mensch kann keinem dieser Gebote nachkommen, weshalb der Text als im Nachhinein in die Schöpfungsgeschichte eingefügt zu betrachten ist. Leider existiert dieser Vers nun und die Tragweite dessen ist heute überall spürbar.
Wann genau Gott den Menschen des Paradieses verwiesen hat, ist nicht überliefert. Die Meinung, dass das erst etwa 6500 Jahre her sein soll, kann nicht bestätigt werden, obwohl das viele bibeltreue Menschen hartnäckig behaupten. Archäologen wiesen unlängst nach, dass der Mensch schon vor 150.000 Jahren sogar parallel mit dem Neandertaler und Denisov-Menschen die Erde besiedelte. Die Forschung geht jedoch davon aus, dass es den Homo sapiens bereits vor 300.000 Jahren gab. Kann man etwas dagegen sagen? Natürlich nicht, denn diese Annahme bestätigt nur die verschiedenen Begrünungszonen vom dritten und sechsten Tag der Schöpfung. Der Homo erectus war darüber hinaus sogar schon vor mehr als 3 Millionen Jahren in der Lage, Steinwerkzeuge herzustellen. Der Denisov-Mensch, der Homo erectus und der Neandertaler waren alle Kreaturen ohne Beziehung zu Gott, die womöglich nach der Zeit des Gartens Eden noch für eine geraume Zeit mit dem Menschen in Berührung kamen. Hinweise darauf finden sich tatsächlich in der Bibel, wenn sie von Wesen berichtet, die keine Menschen waren und sich mit Frauen verpaarten. Deren Körpergröße, Statur, Behaarung, Laute, Gestik und Gebaren sind jedoch irrelevant, weil das Grauen solcher Vorgänge beim Menschen sehr leicht Fantasien erzeugen kann, die dann weit über das wahre Geschehen hinausgehen.
Es wird gemeinhin angenommen, dass es im menschlichen Genom während diesem doch recht langen Zeitraum zu Veränderungen gekommen ist, allerdings schließe ich Veränderungen als Folge körperlicher Vereinigungen von Frauen mit Gott oder was auch immer für Söhnen vehement aus. Solcherlei irrationale Gedanken können nur einem fehlgeleiteten Gehirn entspringen und sind als Gotteslästerung abzulehnen.
Auch hier spricht die Archäologie eine eindeutige Sprache. Es gab prähistorische Lebewesen und Pflanzen, deren Existenz heute durch zahlreiche Funde auf der ganzen Erde nachgewiesen wird. Diese Funde zu ignorieren, ist das typische Verhalten von Gläubigen, die eben nicht über den Tellerrand der bekannten Schöpfung hinausblicken. Die Erde kann, da Gott ohne Zeit existiert, zuvor bereits 1 Million Mal bestanden haben. Sie hat aber zumindest auch nur dieses eine Mal bestanden und als Lebensraum für solche prähistorischen Lebewesen und Pflanzen gedient. Es steht nirgends geschrieben, und es gibt auch nicht nur einen einzigen stichhaltigen Anhaltspunkt dafür, dass Gott die Erde einzig für den Menschen geschaffen hat. Die Erde war zuvor präsent. Was also vor der bekannten Schöpfungswoche genau geschah, ist nicht beschrieben, liegt aber als versteinerte Zeugen aus Millionen von Jahren vormenschlicher Epoche vor.
Also ja, es gab bereits Dinosaurier auf dieser Erde, was in keinerlei Konflikt zur Schöpfungsgeschichte aus der Bibel steht – eines der wenigen Körnchen Wahrheit in diesem Buch.
Der „Baum des Lebens“ und der „Baum der Erkenntnis“ sind als reine Metapher zu verstehen, die vorwegnimmt, dass der Mensch in Zukunft der Welt erliegen wird. Sie haben sicher nicht als eigenständige Pflanzenarten existiert. Vermutlich wies Gott auf zwei beliebige Bäume in der Mitte des Gartens Eden hin und gebot dem Menschen, nicht von deren Früchten zu essen.
Gottes Hinweis darauf heißt selbstverständlich nicht, dass Gott den Menschen versuchte, sich von ihm loszulösen. Da für Gott Zeit nicht existiert, sieht Gott den Anfang und das Ende von allen und allem gleichzeitig. Er wusste von Anfang an um den freien Willen des Menschen, der sich im scheinbaren Stillstand des Gartens Eden, dem Entwickeln von Begierden und dem daraus resultierenden Verlust des Glaubens an Gott entwickeln wird. Der „Baum der Erkenntnis“ ist deshalb als Symbol für die eigens geschaffene Wahrheit des Menschen zu verstehen, die ihn mit dem Verzehr seiner Früchte unmittelbar vom „Baum des Lebens“ getrennt hat und fortan trennen wird.
Eine Schuldzuweisung lässt sich aus dieser Geschichte nicht ableiten, da der Mensch, als Mann und Frau geschaffen, gleichermaßen ein erstes Mal sündigte, indem er ein Gebot Gottes bewusst nicht befolgte und damit den Weg für die Lüge und den Diebstahl ebnete. Das eine beförderte den Menschen in die Welt und das andere dient seit dem als Modell für den Umgang miteinander.
Man könnte geneigt sein, mit dieser Sündhaftigkeit des Menschen einen Makel in der Schöpfung gefunden zu haben. Dem ist aber überhaupt nicht so. Die Sünde ist eine freie Willensentscheidung des Menschen, der sich selbstverständlich diese Freiheit auch nimmt. Wie so oft, ist es auch bezüglich der Menschheit der Mensch selbst, der jene Perfektion der Schöpfung als ihm gehörend missbraucht. Warnungen werden stets und überall ignoriert, dafür wird aber umso lauter geklagt, wenn wieder einmal der eigene Wille des Menschen Unheil über sich selbst gebracht hat.
Es ist unmissverständlich und glaubhaft dem Schöpfungsbericht zu entnehmen, dass Gott lediglich Pflanzen als primäre Nahrungsgrundlage festlegte. Der Verzehr von Fleisch zumindest jener Tiere, die am gleichen Tag wie der Mensch geschaffen wurden, ist nicht als von Gott erlaubt anzusehen. Gott gebot dem Menschen, sich um diese Tiere zu kümmern, was natürlich ausschließt, dass der Mensch Leiden und den unnatürlichen Tod eines Tieres hinnimmt oder gar verursacht.
Wie sieht es darüber hinaus mit dem ausdrücklichen Gebot Gottes aus, nicht zu töten? Hat sich der Mensch nicht vielmehr im Nachhinein mit mystischen Figuren ein Alibi geschaffen? Was oder wer sollte Gott dazu bewogen haben, seine „Meinung“ zu ändern? Ein, wenn überhaupt, Gerechter? Ein Mann, den Jesus einen Kleingläubigen nannte?
Ich schließe für mich persönlich den Verzehr von tierischen Produkten kategorisch aus, wenn dafür ein Tier leiden muss, egal, ob bereits in der Haltung oder durch dessen Tod.
Tendenzen, die in der heutigen Zeit Tiere dem Menschen gleichstellen, spielen für mich allerdings keine Rolle, bzw. lehne ich solcherlei Dinge als typisch menschlichen, gegen Gott gerichteten Unfug kategorisch ab.
Gott schuf den Menschen. Er war ab diesem Zeitpunkt ein lebendiger Organismus, genauso wie das Pferd, der Hamster oder der Schimpanse; er hätte Laute von sich geben, fühlen, sich bewegen, essen und trinken können, so, wie Gott es allen Lebewesen gebot. Doch der Mensch tat all dies nicht, denn ihm fehlte noch jenes Leben, das ihn so sehr besonders macht, um von Gott als nach seinem (geistigen) Bilde bzw. seiner Vorstellung bezeichnet werden zu können.
Es ist der einzige Sinn eines jeden menschlichen Lebens, in Gemeinschaft mit Gott zu leben, mit ihm zu wandeln. Doch die Grundlage für solch eine Gemeinschaft musste dem Menschen noch hinzugefügt werden. Gott hauchte dem Menschen dafür seinen Lebensodem ein, und der Mensch bekam eine Seele. Die Seele wird seit dem jedem Menschen bereits im Mutterleib von Gott mitgegeben, denn er allein gibt geistiges Leben.
Vollkommen frei von Sünde wird der Mensch in eine Welt hineingeboren, die sich für ihn bald als eine schreckliche Falle herausstellt. Bereits im frühen Kindesalter wird ein Punkt erreicht, an dem das Kind gut von böse unterscheiden kann. Ab diesem Zeitpunkt lebt der Mensch ausgiebig das, was seiner Meinung nach das Richtige ist und leider das Gegenteil von Gottes Gerechtigkeit darstellt.
In der Unausweichlichkeit des Sündeneintritts kann man geneigt sein zu behaupten, dass es jene vielbeschworene Erbsünde gibt. Ist es aber wirklich eine Erbsünde, wenn diese nicht unbewusst vererbt, sondern bewusst übernommen wird? Ist dann nicht die Bezeichnung „Todsünde“, also eine Sünde zum Tode bzw. dem Verlust des ewigen Lebens, viel bezeichnender?
Also, eine Sünde, die vererbt wird und somit dem Menschen das den Kleinkindern von Gott zugesprochene Himmelreich direkt nach deren Geburt verschließt, gibt es definitiv nicht, sondern es findet der menschliche, unausweichliche Eintritt in die Sünde von allein statt. Es muss nichts vererbt werden, was dem Menschen in einer zutiefst bösen Welt ohnehin widerfährt. So sündigt der Mensch ab der ersten bewussten Entscheidung für das, was zu seinem eigenen Vorteil ist. Des Menschen freier Wille hat dann über den Willen Gottes vermeintlich triumphiert.
Aus dem Leid der Sünde kann sich sehr leicht körperliches Leiden entwickeln, was wiederum Einfluss auf die geistige Verfassung hat. Hat der Mensch psychische Probleme, ist ohne seinen Blick auf Gott gerichtet der Kreis zu noch mehr körperlichem Leid geschlossen.
Bei allem leidet die Seele, doch wird sie zu Gott, dem Vater, zurückkehren. Was sie mitnimmt, ist all das, was ihr jeder selbst und all die anderen Menschen im Leben an Leid zugefügt haben. Beim Vater wird sie getröstet und wieder in seine ewige Herrlichkeit eingebettet.
Vom Schutz Gottes getrennt, musste es so kommen: Das Böse ist eine Kombination aus dem eigenen Willen und dem Kampf ums Überleben. Dabei ist dieser Kampf aufgeteilt in den reinen Überlebenskampf des Individuums (Nahrung, Reviere, Unterkunft) und dem Kampf des Menschen als Art (Fortpflanzung). Der Mensch bleibt aufgrund dieser Tatsache nur so lange friedlich, wie er nicht den eigenen Willen konfrontiert sieht und/oder in irgendeiner Art ums Überleben kämpfen muss. So ist zu erklären, dass gerade in den westlichen Gesellschaften die breite Masse der Menschen friedlich ist, weil sie auf der einen Seite ihren größtenteils auf Konsum abzielenden Willen bekommt, und auf der anderen Seite keine Notwendigkeit besteht, sein Überleben als Individuum oder im Zusammenhang mit Nachwuchs (Familien, besonders Mütter und deren Kinder) sichern zu müssen. Nun gut, könnte man argumentieren, auch Tiere verhalten sich so. Das stimmt natürlich, aber der entscheidende Unterschied ist das menschliche Bewusstsein, welches vom Menschen eingesetzt wird, um Fakten zu schaffen. Der Mensch sagt „Das ist mein Haus, das ist mein Partner, das ist mein Urlaub! Das ist dein Haus, das ist dein Partner, das ist dein Urlaub.“ Wäre der Mensch damit zufrieden, wäre alles in Ordnung. Da der Mensch aber nicht genug bekommt, ist das Böse nicht mehr weit. Was es lediglich braucht, ist ein Auslöser. Das kann Jahre dauern, aber auch eine Affekthandlung sein, das kann unterschwellig rumoren, ohne dass es jemals an die Oberfläche dringt, oder aber schlimmste Folgen haben. Dazwischen gibt es unendlich viele Schattierungen. Gemeinsam ist diesen Schattierungen jedoch, dass jeder Mensch die Anlagen für solche Ausbrüche in sich trägt. Er weiß es unter Umständen einfach noch nicht.
Ist das nun ein Fehler der Schöpfung? Nein, das ist es nicht, es ist die unausgesprochene Erkenntnis des Menschen, dass er außerhalb jenes Schutzes Gottes mit seinem eigenen Willen sich selbst gegen übersteht.
Der „Glaube“ bzw. „Glauben“ wird im Allgemeinen dadurch definiert, dass jemand von etwas felsenfest überzeugt ist. Da der Mensch bequem ist, gerade wenn es darum geht, sich ändern zu müssen, genügt den allermeisten diese Definition, um das Wort „Glauben“ für sich auch bezüglich seiner Beziehung zu Gott in Anspruch zu nehmen. Dabei bedeutet das Verb „glauben“ mitunter auch genau das Gegenteil: Zweifel. Wenn man etwas gefragt wird, wovon man eben nicht genau weiß, ob es so ist oder nicht, wird man in den allermeisten Fällen umgangssprachlich das Wort „glauben“ benutzen, was in dem Fall jedoch lediglich für das Verb „denken“, im Sinne von „annehmen“, gebraucht wird.
Wenn ich von „glauben“ berichte, meine ich stets die unbedingte Gewissheit in einem tiefen Vertrauen. Ansonsten wende ich das Wort „denken“ an, um solch ein Verschwimmen von Begrifflichkeiten von vornherein zu vermeiden.
Jesus sagte vor 2000 Jahren, dass man den Glauben an Gott annehmen soll, wie ein Kind. Gemeint ist dabei sicherlich nicht die reine Annahme des Glaubens, weil der Erwachsene dazu gar nicht in der Lage ist, sondern man sollte, wenn man seinen Glauben an Gott bemerkt, kindlich daran festhalten. Kinder vertrauen und gehen in ihrem Vertrauen sogar in den Tod.
Prinzipiell sollte man auch im 21. Jahrhundert in kindlichem Vertrauen am Glauben festhalten, so wird jedoch die Art und Weise, wie man zum Glauben findet, heute durch gänzlich andere Faktoren beeinflusst, als zwei Jahrtausende zuvor.
Durch die in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens anzutreffende Wissenschaft und massive Veränderungen im sozialen Gefüge, weltweit wie vor Ort, hat der Mensch inzwischen jegliche Fähigkeit verloren, etwas einfach hinzunehmen. Um etwas hin- oder gar anzunehmen, braucht er heute Beweise. Doch ohne Überlegungen, die vollkommen von Religion, Esoterik und Philosophie losgelöst sein müssen, lassen sich lediglich jene Beweise finden, die für die allgemeine Misere des Glaubens überhaupt erst verantwortlich sind.
Der Glaube an Gott ist nicht greifbar, so wie Gott selbst nicht greifbar ist. Er ist das Resultat einer Entwicklung, die recht unterschiedlich lang dauern kann und mit einer Entscheidung endet. Diese Entscheidung kann nicht getroffen werden, wenn dem nicht jener Erkenntnisprozess vorausging. Man entscheidet sich also nicht für Gott und glaubt dann an ihn, sondern man entscheidet sich dafür, Gott unbedingt erkennen zu wollen, und glaubt dann an ihn als logische Konsequenz aus diesem Vorgang.
Unmittelbar nach dem letzten Atemzug des Menschen beginnt er im Normalfall, sich infolge natürlicher Prozesse gnadenlos und unwiederbringlich zu zersetzen. Wenn es nach dem Sterben kein Fortbestehen gibt, was kann dann schon schlimm am Tod sein? Nichts, oder? Natürlich ist rein körperlich Schluss!
Gepriesen sei Gott, der Mensch hat nicht umsonst gelebt! Von all dem, wie der Mensch gelebt hat, geht nämlich nichts verloren. Es liegt als Information im Geist gespeichert vor, und es ist der Geist des Menschen, der bei der weiteren Betrachtung der Sinnhaftigkeit des Lebens dieses Menschen eine wichtige Rolle spielt.
Jedes Lebewesen hat einen Geist. Das, was den menschlichen Geist vom tierischen unterscheidet, ist dessen Begegnung mit der Seele. Der Geist mit seinen Fähigkeiten, den Menschen am Leben zu erhalten und fortzupflanzen, wird um das Bewusstsein erweitert. Diese Erweiterung ist notwendig, damit man sich als seiend selbst begreifen und in der Lage sind, Gemeinschaft mit Gott zu haben. Der nun bewusste Geist entwickelt sich allerdings weiter. Und obwohl die Seele von Geburt an eine ihm von Gott mitgegebene Richtschnur für den Geist ist, entfernt sich der Mensch immer weiter von Gott und legt dabei fortwährend seine eigenen Maßstäbe an.
Was löste aber den allerersten Sündenfall aus?
Es war eines Tages ebendiese Ur-Erkenntnis des Menschen, dass er ist. Dieser Gedanke war für den Menschen so faszinierend, dass er sich bald dachte: „Wenn ich schon einmal bin, kann ich auch mehr sein.“ Der Geist, welcher ursprünglich dem Menschen zur Verfügung gestellt wurde, um mit Gott bewusst Gemeinschaft zu haben, sagt sich irgendwann einmal, dass er selbst ein Gott sein könnte und beißt zu. Gott gab dem Menschen also auch die Fähigkeit, sich bewusst gegen ihn zu entscheiden. Diese Entscheidung trifft jeder Mensch nur ein einziges Mal in seinem Leben, was mit Garantie dessen höchstpersönlicher Sündenfall sein wird.
Weil nach der Menschwerdung nicht wieder von einem Einhauchen des Odems berichtet wird, kann man davon ausgehen, dass es auch nicht mehr notwendig war. Da jedoch alle Menschen den Odem Gottes in sich tragen, muss demnach der Odem von einem auf den anderen Menschen weitergereicht werden. Gott stellte also mit Eva auch bei ihren weiteren direkten und indirekten Nachkommen sicher, dass jeder Mensch eine Seele bekommt, die dort auf den Geist eines Embryos trifft, wann immer das auch während der Embryonalentwicklung geschehen mag. Der Geist des Neugeborenen ist in jedem Fall vollkommen unschuldig. Was allerdings schon bald nach der Geburt des Kindes mit dessen Geist geschieht, ist ein Debakel, geht es doch mit jener ursprünglichen Unschuld stetig bergab.
Stirbt der Mensch, geht also dessen Seele zu Gott zurück und sein Geist wird für eine gewisse Zeit an einem bestimmten Ort in Verwahrung gehalten. Vor dem Richterspruch Gottes kommen alle an diesen Ort, um sich als blanke Boshaftigkeit zu begreifen und die Gnade Gottes oder seinen Zorn abzuwarten. Es ist ein Ort mit solch einer ungeheuren Energiedichte als äußere Barriere, dass selbst die gesamtmenschliche Boshaftigkeit als Geist nicht entfliehen kann. Es ist ein Ort voller Schuld.
Um den eigenen schuldigen Geist herum befinden sich ausschließlich schuldige Geister. Der Geist jedes Menschen wird Gemeinschaft mit dem ganzen Schrecken der Menschheit haben. Er wird losgelöst vom Herzen seine Schuld erkennen und im Angesicht Gottes widerspruchslos seinen Richterspruch entgegennehmen. Es wird kein Jammern und kein Flehen geben, wenn der menschliche Geist sich letztendlich dem Ursprung von allem, Gott, unterwirft, auch wenn diese Demut vor ihm zu spät kommt.
Zum eigentlichen Richterspruch wird deshalb jeder einzelne Geist wieder herausgeholt. Dieser kann sein vergangenes Leben in der Makellosigkeit des Geistes Gottes nicht verbergen und Gott allein entscheidet, was jetzt mit diesem Geist geschieht. Nach dem Richterspruch verbleiben die für würdig Befundenen bei Gott. Sie werden von ihm gereinigt und im übertragenen Sinn jede Träne getrocknet. Jeder, der es nicht in Gottes Herrlichkeit geschafft hat, kehrt dorthin zurück, wo er nach seinem ersten Aufenthalt nach dem menschlichen Tod nie wieder sein wollte und es doch auf ewig sein wird.
So sammelt sich alles Böse an diesem Ort in der Erkenntnis, dass nunmehr das Gute als Licht zwar hereindringt, es aber niemals ankommt. Im Inneren eines solchen Ortes kann man Gott wahrnehmen, doch nie bei ihm sein.
Die Verdammnis der Welt führt in die Herrlichkeit bei Gott, wogegen die Herrlichkeit der Welt geradewegs in die Verdammnis führt.
Informationen dazu finden Sie im Themenbereich ☞ Der Versuch einer weltlichen Erklärung Gottes
Wer möchte schon an einem Ort die Ewigkeit verbringen, an dem lediglich geistiges Leid herrscht und von wo aus in der Erkenntnis der eigenen Boshaftigkeit die Lösung für die Misere, Gott, nie erreicht werden kann? Was man getan hat, richtet sich in diesem Moment ein für allemal gegen einen selbst. Der Schmerz der Gesamtschuld des eigenen Lebens ist ohne die Vergebung Gottes nicht auszuhalten. Und doch muss man es dann tun.
Alle Menschen würden in einem schwarzen Loch die Ewigkeit getrennt von Gott verbringen müssen, würde es nicht seine Gnade geben, die den Menschen errettet, wenn er nur fest an ihn glaubt und nach seinem Willen lebt.
Der Mensch, an den sich all die Humanisten klammern, ist der falsche Weg, denn der Mensch ist tief in sich drin ein verhärteter Geist, genährt von einem bösen Herzen.
Doch jeder trifft seine Entscheidung bereits zu Lebzeiten auf dieser Erde.
Der „heilige Geist“ kommt vom Menschen aus gesehen natürlich nicht an erster Stelle. Was der „heilige Geist“ tatsächlich ist, interessiert ihn kaum. Das ist leider so. Der eigene Geist scheint genauso wenig interessant zu sein. Das Nachsinnen über „Gott und die Welt“ ist nun einmal eine einzige Katastrophe. Und die Seele? Na ja, als wichtigster Bestandteil des Menschen wird sie mit Sicherheit weitläufig nicht beachtet. Was bleibt, ist das Herz. Ist doch toll, oder?
Nein, im Gegenteil, Herz und Geist widerstreben vehement der Seele.
Über das so hochgelobte Herz bei Frischverliebten, das viel gepriesene Herz, wenn es um Mitgefühl geht oder das beschauliche Herz zu Weihnachten wurde und wird viel geschrieben, geredet, gesungen und philosophiert. Und tatsächlich; wenn man der glitzernden Werbung glaubt, besteht die Menschheit einzig nur aus gutherzigen Menschen. Dass dem überhaupt nicht so ist, könnte jeder Einzelne sofort bestätigen, wenn er denn mal ehrlich zu sich wäre. Doch in der Wohlfühlwolke weltlicher Ignoranz möchte das kein Mensch, da er sich damit selbst entlarvt, ist doch immer der andere an allem Möglichen schuld. Jesus hat das Herz als Ursprung alles Bösen bezeichnet, und wenn man ehrlich ist, ist wahrlich im Herz nur Lug und Trug. Wie das Gott sieht, kann man in den Schriften nachlesen: „Da ist keiner, der Gutes tut, nicht einer!“
Weil im Herzen das irreführende Gefühl sitzt. So münden Gefühle sehr oft in Emotionen und alles, was man zuvor noch irgendwie als Vernunft bezeichnen konnte, ist mit atemberaubender Geschwindigkeit verpufft. Was übrig bleibt, ist eine Situation, die schlimmer ist, als der Grund, der zu solch übertriebenen Gefühlsausbrüchen geführt hat, egal, wie das unmittelbar danach aussehen mag.
Wie können solche Gefühlsausbrüche vermieden werden? Natürlich nur dadurch, dass den Gefühlen eine rationale Seite gegenübergestellt wird. Denn nur mit Rationalität ist es möglich, Emotionen irgendwie wieder herunterzukühlen. Doch ist die menschliche Rationalität keineswegs die Wunderwaffe gegen Aufbrausen, Schreien, Wut, Nötigung, Sucht, Selbstmord, Depression und sicher noch mehr. Sie kann es nicht sein, da sie aus dem eigenen Geist kommt. Denn, wenn das Herz böse ist, wie kann dann der Geist gut sein? Genau, er ist nicht gut, nein, er ist nur anders und leider auch dafür verantwortlich, den Gefühlen freien Lauf zu lassen.
Das Gehirn ist die Schaltzentrale des Menschen und lässt die Organe, das Immunsystem und die Muskulatur funktionieren. Das Gehirn kann sich auch fragen, warum man lebt. Damit das Gehirn aber zu dieser konkreten Frage in der Lage ist, muss der Mensch erst einmal wissen, dass das überhaupt so ist. Und das geht nur über das Bewusstsein – den bewusst agierenden Geist.
Alles, was durch die Sinne aufgenommen wird, gelangt zum Gehirn. Im Gehirn verbleibt also alles, was ein Mensch durchlebt und wie er das durchlebt – unter Umständen erfreuliche, aber natürlich auch unerfreuliche Dinge. Im Laufe eines Lebens kommt da ganz schön was zusammen. All das wirkt sich wiederum direkt auf den Geist aus, der dadurch frühzeitig seine Unschuld verliert. Alles, was der Mensch tut, hat bald eine bewusste Entscheidung als dessen Ursprung, weswegen sich die Spirale unheilvoller Wechselwirkungen unaufhörlich weiterdreht.
Das Katastrophale daran ist, dass Herz und Hirn nicht ohne einander existieren können. Beides findet sich in jedem Menschen, und wenn man eins von beiden ausschaltet, lebt das andere im selben Augenblick nicht weiter. Das ist physisch wie psychisch gleichermaßen der Fall. Wer nur mit dem Herzen lebt, wird depressive Züge annehmen, und wenn jemand ohne Gefühl ist, wird er unglaublich einsam … und vielleicht wegen der Einsamkeit depressiv. Der Mensch im eigenen Teufelskreis!
Wenn nun das Herz nicht gut ist und der Geist auch nicht, hat der Mensch da nicht ein Problem? Aber ganz gewiss hat er ein Problem, und zwar ein gewaltiges, denn er steckt so tief im Schlamassel, dass alles, was er von sich aus dagegen zu unternehmen versucht, ihn nur noch tiefer in den Abgrund zieht. Er kommt von sich aus garantiert nicht davon los.
Was bleibt, ist also diese verhängnisvolle Mischung aus Geist und Gefühl, was schließlich den eigenen Willen ausmacht und von Anfang an gegen Gott gerichtet ist. Es bedarf daher eines viel stärkeren Willens als dem des Menschen, um aus dieser steil nach unten gerichteten Spirale des Seins ausbrechen zu können. Solch ein Wille kann nur bei Gott sein!
Dieser Wille ist der Geist Gottes, denn Gott selbst ist Geist. Also ist das, was Gott will, der „heilige Geist“ und schlussfolgernd Gott selbst. Mit dem „heiligen Geist“ leben heißt somit, etwas im Geiste Gottes tun; nach seinem Willen eben. Der Wille Gottes ist die einzige Lösung für nicht nur dieses Problem, sondern für alle Probleme des Menschen.
Doch der Mensch setzt sich lieber hin und wartet darauf, dass ihm der „heilige Geist“ alle Antworten frei Haus liefert – natürlich sofort, vollumfänglich und verständlich. Und wenn es doch nicht sofort, vollumfänglich und verständlich geschieht, ist es auch nicht so tragisch, schließlich kann er auf den „heiligen Geist“ warten, der dann aber garantiert alle Antworten frei Haus liefert – natürlich sofort, vollumfänglich und verständlich. Wie weit kann der Mensch kommen, wenn er sich nur im Kreis dreht? Es ist wohl klar, dass er mit solch einer Einstellung lange auf die Erkenntnis Gottes warten kann.
Jesus hat von Aktivität gesprochen: … nehme sein Kreuz auf und folge mir nach … sündige hinfort nicht mehr … nur der ist mein Bruder (…), der den Willen Gottes tut!
Gott hat den Menschen nach seinem Bild geschaffen und hauchte ihm Lebensodem ein – er bekam eine Seele. Sie ist in ihm und wird in einem jeden von ihm bis zum Tod sein. Da sie direkt von Gott kommt, ist sie die ewige innere Verbindung zu Gott. Gott möchte, dass die Seele nach dem körperlichen Tod, wenn Herz und Gehirn wie alles andere Gewebe der Verwesung preisgegeben sind, zu ihm „nach Hause“ zurückkehrt. Leider wird die Seele durch den Menschen erbarmungslos seinem täglichen, meist schrecklichen Tun ausgesetzt. Der Gläubige ist hier bereits verloren. Und die ungläubigen Menschen? Sie bestätigen sogar, dass es zwischen Himmel und Erde etwas gibt, was sie allerdings nicht deuten können. Doch niemand aus den beiden Fraktionen interessiert sich für seine Seele.
Alle Menschen haben also jene höchst eigene Seele. Sie ist nicht schwarz, wie so oft bei Straftätern verortet. Der Lebensodem Gottes wird nicht schwarz, er bleibt weiß wie Schnee und muss deshalb leiden, fürchterlich unter dem Menschen leiden. Die Seele leidet oft und lang in ruhelosen Nächten, in Unwohlsein, Unfrieden, in Kummer. Sie ist sein täglicher Begleiter. Sie achtet darauf, worauf er nicht achtet, sie sucht, was er nicht sucht, sie sehnt sich, wonach er sich nicht sehnt. Und manchmal, sollte ein Mensch noch nicht ganz tot in seinem irdischen Leben sein, hören er ihr leises Klagen: das Gewissen.
Es ist nicht im Sinne einer philosophiefreien Darstellung von Zusammenhängen, tiefer in die Thematik einzudringen, was nun genau der menschliche Geist ist, wie dieser nun genau mit dem Herzen interagiert, wo genau das Unterbewusstsein im Geist verankert ist und wie und warum sich aus Teilen des Unterbewusstseins bei Kontakt mit der Seele das Bewusstsein bildet. All das lenkt nur von Gott ab und leitet direkt in die Richtung, von der man sich eben entfernen sollte … dem Menschen.
Selbstverständlich ist das Herz nicht in der Lage, Reize von außen eigenständig aufzunehmen und zu verarbeiten. Das Herz wird vom Gehirn gesteuert. Der verständliche Vergleich des Herzens mit dem Gefühl kommt aus der erlebbaren, unmittelbaren und teils sehr heftigen Reaktion des Herzens darauf, wie das Gehirn in erster Linie Reize verarbeitet. So bewirkt das Gehirn eine Änderung des Verhaltens des Herzens, was sich etwa in Schmerzen in der Herzgegend, Bluthochdruck, Blutunterdruck, verändertem Schlagrhythmus oder veränderter Schlagstärke äußert. Das sendet wiederum Signale an das Gehirn, wodurch es häufig zu weiteren Verhaltensänderungen des Herzens und mit ihm verbundener Systeme kommt. Im Extremfall führt das sogar zum Tod.
Diese Wechselwirkung beschrieb Jesus mit dem Ausspruch, dass nichts Gutes von innen heraus kommt und die Ursache dafür im Herzen zu finden sei. Es ist hierbei vollkommen irrelevant, ob das zu einhundert Prozent dem heutigen Stand der Medizin entspricht, weil nicht die Bestätigung einer medizinisch-weltlichen Theorie gefragt ist, sondern die geistige Aussage zu den Wechselwirkungen von Herz, Geist und Seele.
Das Alte Testament zeichnet sich durch die Darstellung der anhaltenden Abkehr des Menschen von Gott aus. Ich habe diesen Beitrag hier trotzdem bewusst von den vielen vagen Handlungen und Vorkommnissen des Alten Testaments befreit. Diese waren nichts weiter als Sagen und deshalb vollkommen irreführend und damit unsinnig.
Gott wandelte, so steht geschrieben, mit dem Menschen durch den Garten Eden, was ein ganz sicher paradiesischer Zustand war. Doch steht auch geschrieben: „Die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes.“
Es kann wohl kaum wörtlich genommen werden, dass die Schlange zur Frau sprach und ist deshalb rein bildlich zu verstehen. Die Frau kam entweder spontan oder langsam auf den Gedanken, dass Gottes Warnung als fürsorglicher Vater an den Mann gerichtet lediglich ein Hinweis war und keine Drohung darstellte, deren unvermeidliche Konsequenzen bei Zuwiderhandlung bedeutend geringer einzuschätzen sein dürften, als der Gewinn, zumal man nach dem Verzehr der Frucht selbst quasi ein Gott wäre. Die Entscheidung, von der Frucht zu essen, traf die Frau allein. Sie wurde nicht genötigt, sie wurde nicht bedroht, sie wurde auch nicht anderweitig gezwungen. Nein, sie wollte es von sich aus. Der Mann wurde zuvor eindringlich direkt von Gott gewarnt, unter keinen Umständen von jenem Baum zu essen, doch auch er tat es.
Die Lust obsiegte und die Begierde manifestierte sich in diesem Augenblick als Ungehorsam gegenüber Gott. Das Verbot forderte den eigenen Willen heraus und der eigene, jetzt freie Wille triumphierte. Die Sünde trennt von nun an den Menschen von Gott.
Mann und Frau waren nackt, erkannten das jetzt und schämten sich deswegen. Die Unschuld wich schlagartig der Scham und die Scham genauso schnell dem Reiz.
Beide wurden von Gott des Gartens Eden verwiesen, ohne jegliche Möglichkeit, dort wieder hinzugelangen. Ihr und somit der Weg aller Menschen ist seit dem (im übertragenen Sinn) durch Cherubim verstellt, sodass der Mensch keinen Zugang zum Baum des Lebens und infolgedessen kein ewiges Leben auf dieser Erde haben kann.
Mit eigenem Willen ausgestattet nannte sich der Mann Adam. Adam gab seiner Frau den Namen Eva.
Adam erkannte Eva, sie wurde schwanger und gebar einen Sohn, Kain genannt. Kurze Zeit später gebar sie nochmals, nämlich Abel. Eines Tages fühlte sich Kain von Gott Abel gegenüber ungerecht behandelt. Kain forderte seinen Bruder Abel auf, mit ihm auf das Feld zu kommen. Als sie dort ankamen, schlug er seinen Bruder Abel tot.
Ob dieser Brudermord jemals stattgefunden hat, kann niemand sagen. Der Mensch hat so kurz nach dem Rausschmiss aus dem Garten Eden Gott mit Sicherheit nicht als Maß aller Dinge gesehen. Es ist deshalb viel eher anzunehmen, dass auch hier bezüglich Gottesfurcht nachgeholfen wurde und diese Geschichte als reine Fiktion zu sehen ist. Nichtsdestotrotz spiegelt diese Erzählung das ewige Streben des Menschen wider, sich um jeden Preis über andere stellen zu wollen. Wohin das führte, lässt sich sehr gut an der Geschichte der Juden, Christen und Muslime nachvollziehen.
Doch die Lösung naht. Im Jesaja sind folgende prophetischen Worte nachzulesen: „Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und wem ist das Wirken von Gottes Arm geoffenbart worden? Denn er schoss vor ihm auf wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte weder Gestalt noch Schönheit, dass wir ihn hätten ansehen mögen, und kein Aussehen, dass wir Gefallen an ihm gehabt hätten. Er war der meist verachtete und unwerte, voller Schmerz und Leid. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg. Darum haben wir ihn für nichts erachtet. Fürwahr, unsere Krankheiten und Leiden waren es, die er trug. Er lud sich unsere Schmerzen auf, während wir ihn für einen Gestraften, von Gott Geschlagenen und Gemarterten hielten. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen.“
Wie im Alten Testament sind auch die Einzelheiten des sogenannten Evangeliums nach Markus, welches die Grundlage für diese Abhandlung bildet, mit Vorsicht zu genießen. Wirklich authentisch kann natürlich im Neuen Testament stets nur das sein, womit allein Gott verherrlicht werden soll oder der Mensch zur Umkehr gemaßregelt wird.
Johannes der Täufer predigte in der Wüste eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Sehr viele kamen zu ihm hinaus und ließen sich von ihm im Jordan taufen, während sie ihre Sünden bekannten. Seine Predigt lautete: „Ich habe euch mit Wasser getauft, der aber, welcher nach mir kommt, wird euch mit heiligem Geist taufen“.
Jesus kam aus Nazareth in Galiläa und verkündete die Heilsbotschaft Gottes mit den Worten: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Kehre um zu Gott!“
Eines Tages, Jesus wollte gerade weiterwandern, lief einer auf ihn zu, warf sich vor ihm auf die Knie und wollte wissen, was er tun müsse, um ewiges Leben zu erben. Weil dieser Mann ihn als guten Meister bezeichnete, fragte Jesus zurück, warum er ihn „gut“ nenne, denn niemand wäre gut, außer Gott allein!
Einmal fragte er die Volksmenge, wer ihm (nach)folgen möchte. Wenn, so solle er sich selbst verleugnen und seine Last auf sich nehmen. Und weiter: „Wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben um der Heilsbotschaft willen verliert, der wird es retten. Denn was hilft es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und doch sein Leben einbüßt? Was könnte ein Mensch als Gegenwert für seine Seele geben?“
Es kamen seine Mutter und seine Brüder zu dem Haus, in dem Jesus mit vielen anderen Menschen versammelt war. Da sie nicht zu ihm gelangen konnten, ließen sie ihn rufen. Doch er fragte in die Runde, wer seine Mutter, seine Brüder und seine Schwestern wären. Und auf die um ihn Versammelten blickend, beantwortete er die Frage selbst, dass diese seine Mutter und seine Brüder und seine Schwestern sind. Denn jeder, der den Willen Gottes tut, der ist ihm Bruder und Mutter und Schwester.
Ein besonderer Augenblick war wohl die Begebenheit mit den kleinen Kindern, deren Eltern er bestätigte, dass für ihresgleichen das Reich Gottes bestimmt sei. „Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind“, sagte er, „kommt nicht hinein!“
Es waren noch zwei Tage bis zum Passahfest und Judas Ischariot, einer von den zwölf Jüngern, ging zu den Hohepriestern, um ihnen Jesus in die Hände zu liefern. Als es zwei Tage später Abend geworden war, fand sich Jesus mit den Jüngern zum Abendmahl ein. Während sie das Mahl einnahmen, sagte er in die Runde, dass er von einem von ihnen bald überantwortet werden würde. Nach dem Abendmahl gingen sie zum Ölberg, wo Jesus ihnen noch prophezeite, dass sie alle Anstoß an ihm nehmen würden. So kamen sie nach Getsemani. Er betete abseits seiner Jünger. Zurück zu seinen Jüngern sagte er, dass die Stunde gekommen sei und der Menschensohn in die Hände der Sünder übergeben wird. Kurze Zeit später kamen Gefolgsleute des Hohepriesters, der Schriftgelehrten und Ältesten und führten ihn gefangen ab. Alle anderen, die um Jesus herum waren, flohen.
Dass seine Jünger, die schließlich drei Jahre mit ihm gewandert waren, in alle Richtungen flohen, als Jesus gebunden wurde, veranschaulicht sehr gut die Unmöglichkeit der Annahme des Glaubens in der Nachahmung eines anderen Menschen, auch nicht, wenn dieser zu einem Helden oder sogar Gott erhoben wird.
Im besagten Markus-Evangelium ist nachzulesen, dass Jesus die Menschen aufforderte zu vergeben. Der Mensch kann aber nach meinem Dafürhalten, wenn überhaupt, maximal etwas überdecken, es in seinem Gedächtnis ganz nach hinten schieben und somit vermeintlich vergessen. Zu umfassender Vergebung ist der Mensch nicht in der Lage. Es gibt nur eine Möglichkeit, diesem gewaltigen Problem aus dem Weg zu gehen: Man muss aufhören Erwartungen zu haben. Ohne Erwartung gibt es keine Enttäuschung und ohne Enttäuschung braucht es keine Vergebung. Und ja, selbst mit Mord kann man so wertungsfrei umgehen.
Im altgriechischen Urtext des Neuen Testaments lautet das Wort für Umkehr „Metanoia“. Leider wird das üblicherweise mit „Büßen“ oder „Traurigsein über Sünden“ übersetzt. Aber wörtlich bedeutet es: Das Denken ändern, die Perspektive wechseln, den Blick umdrehen.
Jungfrau, aber eben auch „junge Frau“ sind beides Übersetzungen in den Schriften des Alten und des Neuen Testaments für eine Frau in einem Alter, in dem sie noch nicht verheiratet werden konnte oder wurde.
Als „Jungfrau“ könnte somit prinzipiell jede weibliche Person bezeichnet werden, die einfach nur relativ jung ist. „Jungfrau“ deutet vom Namen her auch darauf hin, dass damit nicht zwangsläufig weder die geschlechtliche Unversehrtheit noch die geschlechtliche Versehrtheit verbindlich gemeint sein muss, da eine junge Frau natürlich schon vor ihrer Heirat geschlechtlichen Verkehr gehabt haben kann, was natürlich auch zu damaliger Zeit häufig war. Der Begriff „Jungfrau“ wird erst in der neueren Zeit ein eigenständiges Thema. Erst jetzt muss eindeutig unterschieden werden zwischen einer jungen Frau und einer Jungfrau. Die Werte Gottes spielen in keinem der heute existierenden Völker eine ihnen zustehende Rolle, weshalb Frauen in jedem Alter heute überhaupt nicht mehr automatisch als Jungfrauen anzusehen sind, unter Umständen als solche auch überhaupt nicht mehr angesehen werden wollen.
Man kann wohl davon ausgehen, dass ein Vater damals und unter den vorherrschenden gesellschaftlichen Bedingungen stets darauf bedacht sein musste, seine Tochter unversehrt zu sehen, damit sie später überhaupt einen Ehemann bekommt. Für den Fall, dass ein Mann sich an einer unverheirateten Frau vergeht, hat jener Mann diese Frau zu heiraten. Er hat vor allem das Brautgeld zu zahlen, sogar wenn der Vater der vermeintlichen Braut nicht in die Ehe einwilligt und es deshalb nicht zu einer Vermählung kommt.
Es gibt Details, die an der sogenannten Jungfrauengeburt alles andere als stimmig sind und diese im Endeffekt auch äußerst unwahrscheinlich werden lässt.
Nachdem Jesus getötet worden war, musste er für an ihn Gläubige selbstverständlich entsprechend dem Willen Gottes gezeugt worden sein, da man sich den Umstand der völligen Sündlosigkeit nicht anders erklären konnte. Man legte das im Nachhinein fest. Die Zeugung Jesu als Notwendigkeit ist ein plausibles Ereignis im Sinne Gottes. Die Zeugung Jesu durch den heiligen Geist ist hingegen kategorisch auszuschließen.
Es sollte wohl jedem vernünftig denkenden Menschen klar sein, dass Gott mit dem von ihm geschaffenen Lebewesen keinerlei fleischlichen Kontakt haben würde. Das ist natürlich in mehrerlei Hinsicht vollkommen abwegig!
Hat es Gott, der Schöpfer von allem, der Herrscher über alles, der Eine Gott und Herr, darüber hinaus überhaupt nötig, sich für den Menschen teilweise neu zu erschaffen und als Mensch auf die Erde zu kommen, der dann selbstverständlich vollkommen sündenfrei wäre, um damit den Sündenfall ad absurdum zu führen? Oh nein, der Mensch ist Gott zwar wichtig, doch garantiert nicht so wichtig, dass er im Nachhinein in die Schöpfung eingreift oder die Sünden des Menschen als Farce abtut und analog dazu seine Entscheidung aus dem Sündenfall zu einer Lachnummer verkommen ließe. Gott würde dadurch ganz und gar die Perfektion seiner ureigenen Schöpfung in Frage stellen. Und wofür gäbe es dann einen Schöpfungsbericht, wenn dieser nicht göttlich absolut und deshalb unumstößlich wäre? Das ist doch vollkommen absurd.
Über Josef weiß man nur, dass er der Mann war, mit dem Maria, die spätere Mutter Jesu, in irgendeiner Art und Weise zu tun hatte. Naheliegend ist hierbei, dass Maria dem Josef zumindest versprochen war. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte es jedoch, wie zu Beginn angesprochen, noch zu keinem solch intimen Verkehr kommen dürfen.
Was aber, wenn es anders war? Was aber, wenn Josef ein völlig normaler Mann der damaligen Zeit war mit all seinen Lüsten und daraus folgenden Begierden?
Rein gar nichts Näheres ist über Josef bekannt. Muss denn auch zwangsläufig etwas über Josef bekannt sein? Nein, kein Stammbaum Davids, kein persönlicher Hintergrund – nichts sollte interessant genug sein, um irgendwo in der Bibel erwähnt zu werden. Geht es doch nicht um Josef, sondern seinen leiblichen Sohn Jesus. Josef hatte lediglich eine Aufgabe und die hatte er erfüllt. So mussten er und Maria sexuellen Verkehr gehabt haben, was zu einer Schwangerschaft führte, noch bevor die beiden verheiratet waren.
Wie in der Bibel nachzulesen ist, wollte Josef die schwangere Maria verlassen. Hatte er nur keine Lust, das Brautgeld zu zahlen? Die Strafen waren damals drastisch. Möglich wären auch die kalten Füße, die Josef sicher nicht als ersten und auch nicht als letzten Bräutigam im Vorfeld einer Vermählung ereilt haben könnten. Man weiß es einfach nicht. Was man aber weiß, ist, wenn es so oder so ähnlich war, musste Gott natürlich eingreifen und ihm mitteilen, Maria samt ungeborenem Kind anzunehmen und bei ihr zu bleiben.
Sie hingegen, welche das Kind außerhalb der Ehe empfing, mag wegen der äußerst ungünstigen Umstände, vielleicht in Vorahnung oder sogar im Wissen einer bevorstehenden Trennung, in Panik geraten sein. Aber auch hier stellte Gott klar, dass es sich bei dem ungeborenen Kind um ein ganz besonderes Kind, eben in seinem Sinn, handelt.
Josef und Maria heiraten dann doch und Jesus wird den damaligen Umständen entsprechend ganz normal geboren.
Die Geschichte um die Geburt herum, also wo Jesus geboren wurde und wann, wie und womit jemand an seiner Geburtsstätte auftauchte, kann dabei vollkommen egal sein, da unter den so geschilderten Umständen ohnehin jeglicher Mystik die Kraft fehlt.
Geburtstagen wurden zu Jesu Zeiten prinzipiell keine Beachtung geschenkt. Das andauernde Theater um Jesus begann erst nach seinem Tod. Wenn die Geburt Jesu wirklich solch ein herausragendes Ereignis gewesen wäre, wäre das genaue Datum zu einhundert Prozent überliefert. Es sind aber nur neuerliche Berechnungen unter Berücksichtigung aller zur Verfügung stehenden Informationen inklusive des alten jüdischen Kalenders erfolgt, die zwei wahrscheinliche Daten ergaben. Weihnachten ist allerdings nicht dabei.
Wie wichtig ist der Zeitpunkt seiner Geburt denn auch, wenn man nicht vorhat, ihn im Nachhinein zu einem Gott zu machen?
Sehr oft entlarvt sich eine fehlerhafte Zuordnung eines Begriffes selbst, gerade wenn man die gewünschte Bedeutung zur Schaffung einer bestimmten Situation künstlich in den Fokus zu bringen versucht. So kommt der Begriff „Jungfrau” beispielsweise in der Übersetzung durch Luther (Ausgabe 1912 mit Apokryphen) 94 Mal vor. Schaut man sich die Stellen des Alten Testaments an, wird man schnell bemerken, dass die Verwendung des Wortes „Jungfrau” sich fast ausschließlich auf eine junge Frau bezieht, ohne damit in irgendeiner Weise auf eine etwaige Unversehrtheit anzuspielen.
Das Neue Testament geht mit diesem Wort etwas sparsamer um. Lediglich in 14 der 96 Fälle findet man es in dessen Schriften nach vorgenannter Übersetzung. Deren jeweilige Bedeutung ist deshalb mit sehr großer Wahrscheinlichkeit dem Alten Testament abzuleiten, was eben nicht zu einer Jungfrau im heutigen Sinne führt.
Zu einer Befruchtung ist neben der weiblichen Keimzelle, dem weiblichen Erbgut, eine Samenzelle als Träger der männlichen Erbanlagen unbedingt notwendig. Es existiert im Tierreich ein Phänomen, bei der sich eine Keimzelle auch ohne Samen beginnt zu teilen, die Parthenogenese. Daraus entsteht allerdings ein sogenannter Klon der Mutter und kann hier getrost ausgeschlossen werden, wie mir jeder vernünftig denkende Mensch beipflichten wird. Zum Entstehen eines Embryos sind also beide Elternteile notwendig. Der Gedanke an Gott als geistig-fleischlichen Vater muss als Gotteslästerung kategorisch abgelehnt werden.
Das Thema „Sexualität” wird direkt und indirekt sowohl im Alten als auch im Neuen Testament angesprochen. Es nimmt vor allem in den 613 Geboten Moses einen erheblichen Teil ein. Aus gutem Grund tut es das, denn schon unmittelbar vor dem Verlassen des Gartens Eden spielen die geschlechtlichen Reize eine tragende Rolle, sodass der Mann und die Frau bekleidet werden mussten. Damit befanden sie sich in einem Veränderungsprozess, in dem die ursprünglich geistige Verbundenheit durch die körperliche Verbundenheit ersetzt wurde, was in die Zeugung Kains mündete.
Die Sexualität hat das Potential und die Tendenz, sich zu verselbständigen. Eine Institution musste geschaffen werden, die jener Tendenz entgegenwirken sollte. Es entstand die Ehe. Nacheiner vielleicht gar nicht so langen Zeit wurde aus der Ehe offiziell das anvisierte Zentrum geschlechtlichen Zusammenlebens in der Gesellschaft, obwohl doch die Sexualität stets das Leben der Geschlechter innerhalb und außerhalb der Ehe bestimmte. Natürlich wussten das auch Lehrer der Zeit kurz nach Jesus, von denen es einer resignierend auf den Punkt brachte: „Wenn du dich nicht enthalten kannst, so heirate eine Frau.”
Es ist unsinnig, angesichts solch eines menschlich-verständlichen, dafür aber auch gottlosen Rates sehr viele weitere Worte darüber zu verlieren, welchen Wert die Ehe für sogenannte Ur-Christen hatte und im Endeffekt heute für alle Menschen hat: Moralisch gesehen hatte die Ehe und hat sie auch heute noch keinerlei bedeutsam guten Wert.
Kein Wunder also, dass jenes weltliche Sozialgebilde nicht als Erfolgsmodell des anhaltend zufriedenen Zusammenlebens von Menschen dienen kann. Was soll man also von der Ehe halten, wenn sie lediglich ein Instrument zur Kanalisation von Gelüsten ist, wenn sie menschliche und finanzielle Abhängigkeiten schafft, ja, wenn sie die Sünde regelrecht herausfordert? Sie ist lediglich gut, um die Abhängigkeit der Frau vom Mann zu legitimieren und stärken.
Schon fast logisch kann dann konstatiert werden, dass es einer Ehe tatsächlich nicht bedarf, wenn man geistig ein Fleisch ist! Doch wer ist das schon in dieser Welt?
Die Taufe wird einmal mit Wasser zelebriert, einmal gibt es sie mit heiligem Geist und dann wieder mit Feuer. Alles nacheinander, alles nebeneinander, alles durcheinander? Was ist also dran an den drei verschiedenen Taufen?
Johannes der Täufer hat lediglich den Weg Jesu bereitet, indem er die Verbindung herstellte zwischen den Propheten und dem Wirken von Jesus. Nachdem Jesus von ihm getauft wurde, was im Übrigen den Übergang von der Taufe mit Wasser zur Taufe mit heiligem Geist darstellte, und er sein Wirken begonnen hatte, wurde Johannes hingerichtet. War ab diesem Zeitpunkt die Taufe mit dem Wasser nur aus der Mode gekommen oder sollte sie einfach ab dem Tod von Johannes und dem zeitgleichen Beginn des Wirkens Jesu keinen Wert mehr gehabt haben?
Johannes der Täufer wusch während seiner Predigt demjenigen die Sünden ab, der sich öffentlich zur Umkehr zu Gott bekannte. Dabei ist, in Anlehnung an die rituell-rituellen Waschungen im Judentum, die Form der Taufe mit Wasser nur als ein rein symbolischer Akt zu verstehen. Was soll denn auch solch eine Taufe bewirken? Es kann einfach nicht ausreichen, von irgendjemand einmalig im Wasser untergetaucht, mit Wasser besprengt oder übergossen zu werden, und man ist heilig. Da können auch noch so viele Menschen bei der Taufe dabei sein.
Kann denn überhaupt ein Mensch, da doch jeder Mensch die Sünde und somit das Krebsgeschwür der Menschheit in sich trägt, solch einen Akt vollziehen? Ist die Umkehr zu Gott denn eine natürliche Konsequenz aus der Taufe? Ganz gewiss ist das nicht so, denn es lügt, hurt, stiehlt und flucht der Getaufte weiter, genau so, wie es auch derjenige tut, der ihn gerade getauft hat. Da kann etwas überhaupt nicht stimmen! Wer sich taufen lässt, wird eventuell von den Anwesenden beglückwünscht. Doch Umkehr kommt davon nicht, geschweige denn ist Umkehr in der Entscheidung zu finden, sich taufen zu lassen.
Und warum hat Jesus nicht mit Wasser getauft? Warum sagte Johannes der Täufer von Jesus, dass dieser mit heiligem Geist tauft, und eben nicht einfach mit Wasser: „Dieser ist größer als ich … er wird (euch) mit heiligem Geist taufen.“
Es ist absolut klar und verständlich, dass mit dem Kommen Jesu die weltliche Taufe mit Wasser von der Taufe mit Geist abgelöst wurde. Doch was bedeutet das? Der Mensch soll Jesus folgen, also folgt er ihm nach in seiner Taufe durch heiligen Geist. Diese Taufe ist hierbei die Erkenntnis durch die Predigt Jesu, dass nur im Tun des Willens Gottes das Heil zu finden ist. Die Taufe im heiligen Geist ist mit Sicherheit die weitaus beste Wahl für ein Leben nach dem Tod, im Gegensatz zur letzten Form der möglichen Taufen, der Taufe mit dem Feuer, die für das elendige Fristen des Daseins in der Verdammnis steht.
Die Kindstaufe, vorrangig bei Klein- und Kleinstkindern zu beobachten, steht im direkten Widerspruch zu dem, was Jesus sagte, dass ebendiesen Kleinen das Reich Gottes bereits ist. Denn sie nehmen an, ohne zu fragen, sie glauben, ohne die eigenen Bedürfnisse über alles andere zu stellen, sie haben Freude am Wort, weil sie zuhören – sie sind bereits beim Vater. Doch werden sie durch die Sünde der Welt wieder vom Vater getrennt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt würde auch keine Taufe mehr helfen.
Überdies muss der Taufe eine Entscheidung vorangegangen sein. Es genügt bei Weitem nicht, dass Eltern entscheiden, zumal Erwachsende im Allgemeinen und Eltern im Speziellen der Grund zur Abkehr der Kinder von Gott sind.
Schaut man sich die Stätten an, wo man sich im neuen Glauben zur damaligen Zeit getroffen hat. Es ist anzunehmen, dass über einen relativ langen Zeitraum jene Orte natürlichen Ursprungs waren. Auch Keller oder Dächer der kleinen und einfach gebauten Wohnhäuser kamen infrage. Solcherlei beengte Räume sind wirklich nicht mit den heutigen teils monumentalen Kirchenbauten in Form von Domen und Kathedralen vergleichbar, geschweige denn, dass sich Menschen zu hunderten dort treffen konnten. Der Rummel, der heute durch die Kirchen und Gemeinden fegt, war zur damaligen Zeit einfach undenkbar.
Dass das so ist, muss einen Grund haben, der ganz sicher nicht auf den Glauben an Gott zurückzuführen ist.
Der Mensch hatte schon immer ein Problem mit spiritueller Entwicklung, die eben kaum etwas mit geistiger Entwicklung zu tun hat. Kurze Zeit nach der Kreuzigung Jesu hat es bereits angefangen. Es wurden damals schon Weisheiten, Lehren und Erkenntnisse abgelöst, erweitert, gekappt, umformuliert, angeglichen oder ganz fallen gelassen, wenn etwas Neues als Lehre auftauchte. Scheinbar war es dann weniger mühsam, den Glauben im Leben umzusetzen, versprach aber umso mehr für zumindest den, der diese neue Lehre aufstellte und vertrat.
Dass das so war und sich bis heute nicht geändert hat, ist natürlich glaubhaft, ist doch der Glaube an Gott nichts, was einen Menschen weltlich befriedigt! Der Glaube an Gott ist dagegen das Begreifen von Gottesfurcht, Demut, Bescheidenheit und Achtung vor der Schöpfung!
Nach Jesu Tod ist man scheinbar wiederholt auf die Idee gekommen, dass diese schier unmenschlichen Züge auch überhaupt nicht angestrebt werden müssen, da sie in der den Menschen widerstrebenden Erkenntnis der eigenen Unfähigkeit gar nicht erreicht werden können. Es wäre deshalb nur notwendig, den Menschen mit so vielen Informationen zu versorgen, bis er davon überzeugt ist, er wäre bereits gottesfürchtig, demütig und bescheiden. Erstaunlich, wie viele Menschen das heute nicht nur als Ausrede, sondern darüber hinaus als Glauben aus dem Evangelium Jesu sehen und entsprechend leben.
Die Gemeinde hat sich als trügerischer Glücksfall erwiesen, denn in einer Gemeinde der heutigen Tage können sich die Menschen nicht nur nach einer Woche wieder einmal treffen, sondern sie können auch zusammen feiern, essen, trinken, fröhlich sein. Der Gedanke an Gemeinschaft, wie er damals notwendig war, um ältere, arme, kranke – eben hilfsbedürftige Menschen – fortwährend zu unterstützen, ist doch heute in einer Gemeinde weitläufig kaum zu finden. Und wenn man es tut? Ist dann der Gedanke an Gott ursächlich? Oder ist es nicht vielmehr der samaritanische Gedanke, der in der Wahrnehmung der zeitgenössischen Humanität geboten ist? Natürlich wäre das dann immer noch besser als nichts, doch im samaritanischen Gedanken steckenzubleiben, hilft niemandem, zu Gott zu finden.
Es ist sehr oft leider nicht viel mehr als ein gemeinnütziger Verein, in dessen Obhut sich Menschen in Grüppchen zusammentun, sich feiern und andere eventuell sogar ausgrenzen. Dort werden dann die eigenen Probleme und die der anderen besprochen, man bemitleidet sich oder tut sich hervor. Doch von Gott wird kaum geredet. Gemeinde ist die Bestätigung für jedes Mitglied, dass der eigene Glauben richtig gut sein muss, denn in der Gemeinde haben ihn ja alle, und das, obwohl doch keiner weiß, was der andere wirklich glaubt und denkt. Gemeinde ist viel zu oft nur das Haschen nach Mitgliedern und Ansehen nach außen hin und untereinander.
Prinzipiell braucht es keine Lehre, sondern nur das Evangelium als Aufforderung, an Gott zu glauben und seinen Willen zu tun.
Wenn Älteste nicht einzig auf Gott ausgerichtet sind und diesen Glauben nicht konsequent der Gemeinde vorleben, ist Gemeinde wegen der Vielzahl der verschiedenen Mitglieder und deren individuellen Bedürfnisse, die letzten Endes nie zurückgestellt werden, die Basis für ebensolche Irrlehren, die weg von Jesus, weg von der Heilsbotschaft und als logische Folge weg von Gott führen. Die Gemeinde ist dann das geistige Grab für diejenigen, die bis dahin Gott ernsthaft gesucht haben.
Selbst die Gemeinschaft der Geschwister untereinander kann auch nur Bestand haben, wenn einzig Gott im Mittelpunkt steht und persönliche Befindlichkeiten außen vor bleiben. Private Gespräche vergiften den Blick auf Gott, weil damit Emotionen ins Spiel gebracht werden, was den unausweichlichen Tod eines bis dahin vielleicht sogar existierenden Glaubens an Gott mit sich bringt.
Die einzig anzustrebende Gemeinschaft ist die im täglichen Leben gelebte Gemeinschaft mit Gott, dem geistigen Vater.
Das sogenannte Buch der Bücher ist unbestritten ein gewaltiges Werk. Viele Autoren waren an ihrer Entstehung beteiligt. Die Bibel ist spannend zu lesen und zeigt auch dem Ungläubigen die wahre mit Schuld besudelte und unbelehrbare Natur des Menschen, mehr aber auch nicht. Und weil der feste Glauben an Gott schließlich das einzige ist, was zählt, kann deshalb für mich die Bibel, selbst wenn Teile davon wahr sind, nur sehr beschränkt als hilfreich für meinen Glauben an Gott angesehen werden.
Die Christen sehen in der gesamten Bibel und die Juden und Muslime zumindest in Teilen davon ein Werk, dessen hundertprozentiger Wahrheitsgehalt sich daraus ergibt, dass irgendwelche Leute festgestellt und damit quasi in Stein gemeißelt haben, es wären alle Worte in den Schriften des Alten Testaments und des Neuen Testaments von Gott eingegeben und somit selbstverständlich auf ewig wahr. Natürlich sind da Fragen völlig überflüssig oder gar eine Todsünde. Wer wagt schon, Gottes eingegebenes Wort in Zweifel zu ziehen, obwohl es doch nur Menschen waren, die sich nach deren persönlichen Eingebungen geäußert haben. Ja, viele Menschen haben Eingebungen, ob das allerdings Gottes Worte sind, kann niemand mit Sicherheit sagen und sollte wohl eher bezweifelt werden. Der Mensch behauptet sowieso sehr gern sehr viel, ohne auch nur einen einzigen Nachweis dafür erbringen zu können.
Die Bibel besteht aus Büchern, die in den Originalfassungen nicht mehr vorhanden sind. Was wirklich noch an Skripten, Aufzeichnungen und Notizen existiert, die unter Umständen ein etwas anderes Licht auf verschiedene Themen der Religionen werfen könnten, kann nicht gesagt werden. Was man aber weiß, ist, dass in Israel die ältesten Texte frühestens im 8. Jh. v. Chr. verfasst wurden, weil die Schrift, oder was man als Schrift bis dahin bezeichnen konnte, keine komplexen Texte zuließ. Alles, was sich auf die Zeit vor dem 8. Jh. v. Chr. bezieht, entspringt Erinnerungen.
Jeder weiß, dass Details der Erinnerung sehr schnell verblassen und eigene Gedanken, mitunter Wunschgedanken, sie immer weiter verwässern. Wenn man dann darauf zu sprechen kommt, was vor zweihundert, fünfhundert oder tausend Jahren geschah und es keine schriftlichen Aufzeichnungen dazu gibt, sind diese Aussagen wohl eher zu nichts mehr zu gebrauchen.
Die vielen Autoren der einzelnen Texte des Alten Testaments, die aus dem vereinten Königreich Israel stammten, sind, wenn überhaupt, nur vage bekannt. Auch die Autoren der Texte des Neuen Testaments können nur vermutet werden. Vermutungen helfen aber prinzipiell nicht, wenn es darum geht, aus Schriften auch nur ansatzweise eine Erkenntnis zu gewinnen, die über das hinausgeht, was die Verfasser mit dem Schreiben der Texte aussagen wollten. Darüber hinaus sind vorliegende Schriftstücke ausschließlich Kopien von Übersetzungen und der Inhalt damit überhaupt nicht als Nachweis für Originalität nutzbar. Es gibt zudem ein grundsätzliches Problem mit Übersetzungen. Sie werden von Menschenhand angefertigt, wobei zwangsläufig sprachliche Besonderheiten, lokale Redewendungen, regionale Kultur, gelebte Tradition, persönliche Betrachtungsweisen, eigene oder andere theologische Lehrmeinungen inklusive des eigenen Glaubens mit in die Übersetzung auch von unter Umständen bereits zuvor übersetztem einfließen.
Hat Jesus jemals auf die Bibel im Allgemeinen und speziell in der jetzigen Form hingewiesen? Nein! So hat Jesus als Jude zwar auf einzelne Schriften verwiesen, in welchem Umfang und in welchem Kontext diese zueinanderstanden, war allerdings vollkommen nebensächlich, ging es ihm doch immer nur um seinen Vater.
Es kann doch nicht allzu viel wert sein, was heute als Kopie von Kopien lediglich in Bruchstücken vorliegt! Wie kann aus solch einer Zettelwirtschaft ungeklärter Herkunft und voll von Annahmen eine Basis für das Verständnis des damit anzuzweifelnden biblischen Wortes Gottes entstehen? Es ist schier unmöglich!
Die Drohung in der bewusst ans Ende der Bibel gestellten Offenbarung ist ein bemerkenswert dreistes Stück. Sie ist mehrdeutig und wird im allgemeinen Durcheinander wilder Phantasien natürlich für die gesamte Bibel geltend ausgelegt. So soll jeder, der diesem Werk etwas hinzufügt oder etwas davon weglässt, von den darin beschriebenen Plagen heimgesucht und dessen Anteil am Baum des Lebens weggenommen werden. O welch ein Unsinn, kann doch die Offenbarung keinesfalls als eine alleinstehende Abhandlung, ja schlimmer noch, mit gerade einmal zwei kurzen Absätzen darin der Wächter über wirklich alles Geschriebene des Alten Testaments inklusive der Apokryphen und des Neuen Testaments, und damit der gesamten Bibel sein. Und das gut achthundert Jahre nach den ersten geschriebenen Texten des Alten Testaments. Diese legimitierende Drohung gibt dem angeblich einzigen Weg zum Heil Gottes, der Bibel, den Rest.
Jesus sagt ohne jegliche Drohung: „Kehre um zu Gott!“ und stellt damit lediglich ermahnend fest, dass der Mensch ohne Umkehr nicht zu Gott kommt. Bedarf es da weiterer Drohungen? Selbstverständlich nicht!
Der Abschluss der Bibel mit der Offenbarung ist für ein geistiges Vorankommen nicht nur unnütz, sondern vollkommen schädlich, denn Umkehr findet unter Druck erst recht nicht statt. Drohungen erwecken Angst und Angst verengt den Geist. Ein verengter Geist ist nicht mehr offen für Erkenntnis zu Gott hin. Der Mensch erhält einen Tunnelblick, durch den er nur noch das sieht, was ihm vorgesetzt wird. Neue Fragen existieren nicht und die Antworten auf alte Fragen ergeben sich weiterhin lediglich aus der Bibel selbst … wenn überhaupt. Die meisten Christen fragen sowieso nur so lange, bis sie mit der angeblichen Verheißung des Himmelreiches für sie selbst die einzig befriedigende Antwort erhalten haben und daran festhalten. Und die allwöchentliche Beweihräucherung durch die Predigt? Sie ist nicht minder kontraproduktiv, lässt sie doch den Gläubigen in seinem Glauben durch den siebten Geisteshimmel schweben. Und daran sollte man doch wirklich nichts ändern, oder?
Es gibt Aussagen zum göttlichen Ursprung der Wortlaute Gottes auch im Alten Testament. Der Mensch neigt für den Fall, dass etwas so zu sein hat wie gesagt, auf Quellen zurückzugreifen, deren Ursprünglichkeit nicht nachgewiesen werden kann und bei entsprechender Argumentation nicht nachgewiesen werden muss – sprich, man stellt Behauptungen auf, die natürlich nicht widerlegt werden können: „Gott sagte mir, ein Bild ist erschienen, im Traum nahm ich wahr.“ Nicht, dass solche Bilder nicht erschienen sein könnten, doch was beweist das? Nachgewiesenermaßen hat man seit Urzeiten speziell zu rituellen Anlässen berauschende Substanzen zu sich genommen. Gott lässt sich in Trance scheinbar besser feiern. Aber was soll man dann von Visionen oder Prophezeiungen halten? Auch heute greift man sehr gern auf emotionsgeladene, teils okkulte Praktiken bei der Anbetung eines Gottes zurück, was sich in Zungenrede, Spontanheilungen und anderer meist übersinnlicher Erfahrungen äußern soll. Ja natürlich, der Mensch ist, wie er stets betont, schon zu Lebzeiten ein Gott. Doch was daran ist glaubwürdig? Etwa dass einer der Jünger Jesu ein Stück auf dem Wasser gelaufen sein soll, alle Jünger Krankheiten geheilt haben sollen oder sie plötzlich alle Sprachen dieser Erde sprachen?
Der Mensch lebt heute in einer doch recht fortschrittlichen Zeit. Jeder vertraut in seinem täglichen Leben auf die Wissenschaft. Gerade wenn es um die jüngere oder ältere Geschichte des Menschen geht, braucht es eine solche fundierte Wissenschaft: die Archäologie. Nichts ist beweiskräftiger als Funde aus dieser oder jener Zeit, an diesem oder jenem Ort. Es kann so bald eine Geschichte darüber erzählt werden, wie etwas war, wie Menschen lebten oder eben auch nicht. Das ist wunderbar und eröffnet den wahren Blick auf die Zeit von vor drei-, zehn-, hundert- oder fünfhunderttausend Jahren bis auf – man höre und staune – je nach Untersuchungsmethode einhundert oder sogar nur dreißig Jahre genau. So kann man nachvollziehen, was wirklich los war, ob es den Exodus überhaupt gegeben haben konnte, ob Abraham in Kanaan ankam, was es mit David und seinem Sohn Salomo auf sich hat, ob die Juden wirklich nie Schweinefleisch aßen und ob es und wie lange bzw. seit wann es eine gemeinschaftliche Verehrung Gottes (bestenfalls das Judentum) in der Gegend um Vorderasien und Nordafrika gab. Ich möchte das hier nicht weiter ausdehnen, aber es ist faszinierend, was die moderne Archäologie mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden schon heute darüber herausgefunden hat.
Da das inzwischen bis in die Kreise bekannter Theologen vorgedrungen ist, werden die Erklärungen immer verworrener. Ein deutscher Theologieprofessor schrieb tatsächlich in einem Artikel, dass gerade die Pluralität des Alten Testaments die Autorität des Alten Testaments begründet. Man muss sich das einmal verdeutlichen: gerade weil das Alte Testament mehrdeutig und deshalb zumindest in Teilen widersprüchlich ist, ist das Alte Testament wahr. Dazu fällt mir nichts mehr ein.
Das Neue Testament ist nicht minder seltsam. Da werden Autoren einfach festgelegt, da werden geistige Dinge mit weltlichem Unsinn vermischt, da wird um die Ecke gedacht und gedreht und festgestellt. Ganz eifrige Bibelforscher finden so tatsächlich noch Zusammenhänge in den widersprüchlichsten Aussagen der Evangelien. Auch ich war anfänglich darüber erstaunt, wie durch diese Menschen Zusammenhänge herausgearbeitet werden können. Oder war bei denen der heilige Geist besonders fleißig, so wie es sich die allermeisten Christen erhoffen, die Bibel quasi erklärt zu bekommen? Letztendlich gab es auch bei diesen Personen natürliche Grenzen der Erklärbarkeit, sodass wichtige Fragen nicht erörtert, geschweige denn durch sie beantwortet werden können.
Wenn man sich vorstellt, dass es studierte Theologen eines angeblich gemeinsamen Glaubens gibt, die allein über die Offenbarung Bücher mit einem Umfang von mehreren hundert Seiten schrieben, und dann darin jeweils widersprüchliche Schlussfolgerungen zogen, kann man sich ausmalen, was jede einzelne Seite dieser Werke für einen Wert hat. Soll man jetzt noch herausfinden, was richtig und was falsch ist? Und was sagen sie aus? Genau! In der Unmenge an Erklärungen wird jede Möglichkeit abgewürgt, folgen zu können. Gegenteilige Schlussfolgerungen disqualifizieren somit alle beteiligten Werke inklusive der Bibel. Der nach Antworten Suchende versteht deshalb die Bibel zumindest in Teilen überhaupt nicht. Auf den heiligen Geist als Antwortgeber zu warten, ist allerdings mindestens genauso naiv, wie auf die Wahrheit durch Bestand zu pochen.
Man darf mich nicht falsch verstehen, die alten Schriften inklusive der Apokryphen, die Evangelien und die Lehrbriefe enthalten schon Passagen, die zur Erkenntnisgewinnung zu Gott hin beitragen können. So ist aber die Gefahr übermäßig groß, dass man dem äußerst Zweifelhaften darin auch Glauben schenkt, weil dies nun einmal schmeichelhafter ist als die nackte und vor Gott demütigende Wahrheit in der Folge Jesu. Was das ist, muss jeder für sich selbst herausfinden.
Eine Menge Bischöfe, die zum überwiegenden Teil aus westlichen Gebieten kamen, haben eine Endfassung der Bibel zusammengestellt, wohl auch zusammenstellen müssen, weil es bis dahin mehrere und teils sehr unterschiedliche Versionen eines Gesamtwerkes gab. Was während dieses „Findungsprozesses“ wirklich eine Rolle spielte, bei dem bekannterweise ein Kaiser federführend war, kann niemand sagen. Ab dem frühen 4. Jh. gab es somit einen (immer noch umstrittenen) Kanon der Bibel mit der römischen-westlichen Kirche als Wächter über Gut und Böse.
Selbst in der heutigen Zeit gibt es nicht nur verschiedene Ausgaben mit den unter Umständen gleichen Textpassagen in gegensätzlicher Übersetzung; es sind heute mehrere Versionen der Bibel in Umlauf, je nachdem, von welcher Konfession man spricht. Ist das denn tatsächlich alles Gottes Wort, wenn nach menschlichem Gutdünken das Wort Gottes einmal für wichtig, dann wieder für unwichtig oder im wörtlichen Sinne des Gegensätzlichen ganz und gar für falsch eingestuft wird? Widerspricht der eine Bischof dann nicht dem anderen? Ist des einen Glauben anders als des anderen oder nur besser oder was sonst? Nein, das Ergebnis ist einfach nur schrecklich und absolut unglaubwürdig.
Von dem bei diesem Konzil anwesenden Kaiser Konstantin I, einem selbstverständlich rein weltlichen Kaiser eines gigantischen Römischen Reiches, welches ganze Völker unterjochte, Millionen von Menschen versklavte und hunderttausende Menschen auf brutalste Weise hinrichtete, kann man genauso selbstverständlich nicht erwarten, dass dieser bei der Durchsetzung wichtigster Fragen der Bibel auch nur in Ansätzen mit Blick auf Gott vorgeht. Wie groß war der Einfluss solch eines Menschen auf die Kirche, wenn er zu jener Zeit der mächtigste Mann der westlichen Welt war? Was kann dann die Bibel sein, wenn nicht ein auf kaiserlichen Druck manipuliertes Sammelsurium von Schriften mysteriöser Herkunft und nahezu völlig unbekannter Urheber?
So sind unter der Führung eines weltlichen Kaisers während des Konzils zu Nicäa die ersten Lehrentscheidungen der christlichen Gesamtkirche zu einem Kanon geworden, mit dem Ergebnis, dass sich ab diesem Ereignis der Glauben an Gott lediglich auf beschriebenes Papier beschränkt.
Es sollte jedem einleuchten, dass die zutiefst gottlose Welt einzig nur deshalb auf Gott zurückgreift, damit die Durchsetzung von höchst persönlichen Interessen erreicht werden kann, auch wenn Offizielle das gern anders darstellen. Das Vermächtnis Jesu wurde schon immer dafür missbraucht und wird auch weiterhin dafür missbraucht werden. Deshalb lobt nicht nur die Kirche, sondern auch die Welt die Bibel als einen eindrucksvollen Leitfaden für alle Menschen, damit sie weiterhin den weltlichen Interessen freudestrahlend folgen. Da haben ein paar richtige Gedanken, selbst wenn sie aus der Bibel stammen, selbstverständlich keinerlei Chance.
Jeder Mensch hat das Recht, sich seinen Glauben, aber auch Unglauben, auszusuchen und niemand darf ihn deswegen in irgendeiner Weise verächtlich behandeln. Alle laufen in die Irre, weil der Mensch einfach nicht anders kann, auch wenn er es noch so sehr anstrebt.
Man spricht heute im Allgemeinen beim Judentum und dem Islam von monotheistischen Religionen, was bedeutet, dass in diesen Religionen lediglich ein Gott angebetet wird. Auch in der neuen Gefolgschaft um einen Glauben an Gott, die sich um die Anhänger Jesu gebildet hat, wurde bislang derselbe Gott angebetet, wie im Judentum und späteren Islam. Man kann also auch hier ursprünglich von Monotheismus ausgehen.
Dass das ein Problem bei der angestrebten Verschmelzung von Jesus und Gott war, hatten die Jesusanhänger schon bald nach dessen Tod erkannt. Sie mussten ihn als Person irgendwie zu Gott hinzufügen, ohne diesen Einen Gott damit anzuzweifeln und aus dem Monotheismus einen Polytheismus werden zu lassen. Man bog sich also über einen längeren Zeitraum so lange alles zurecht, bis das Unglaubliche durchgesetzt und Gott zu einer Person erklärt werden konnte. Nicht genug der Gotteslästerung, auch Jesus wurde (als Person) zu einem Gott erhoben und damit ein Teil der neuen in sich widersprüchlichen monotheistischen Zweifaltigkeit Gottes. Damit gab es Gott als Gott, der Vater und derselbe Gott als Gott, der Sohn. Der Eine Gott hörte hier auf zu existieren.
Man könnte meinen, dass es nicht mehr Gotteslästerung geben kann, doch dem Einfallsreichtum des Menschen sind kaum Grenzen gesetzt. Dieses Streben nach immer mehr eigener Interpretation von Gott, und damit unaufhörlich weiter weg von Gott, ging nämlich in eine neue Runde. Es folgte die Krönung der Gotteslästerung:
Lange stritten sich geradezu kämpferisch gegenüberstehende christliche Glaubensinstitutionen darüber, ob nicht auch der heilige Geist eine Person sein könnte. Das uferte in jenen knapp sechzig Jahre andauernden Streit um die Frage aus, ob Gott nun aus zwei oder drei Personen besteht. Auch hier war es niemand anderes als ein Kaiser – mehr Welt geht nicht –, der ein Machtwort sprach und das vage Konstrukt „Trinität“ als verbindlich festlegte: Der heilige Geist wurde zu einer Person erklärt und konnte Gott so auch noch hinzugefügt werden. Gott besteht nunmehr aus drei Personen: Gott, der Vater, Gott, der Sohn und Gott, der heilige Geist, und der Monotheismus damit aus drei Göttern. Dass das keiner versteht?! Es hilft nichts, einen Gott eine Person zu nennen und eine Person zu einem Gott werden zu lassen. Es sind rein menschliche Festlegungen, die leider Tradition haben.
Ungeachtet der Unsinnigkeit solch einer Konstruktion legte damit ein Staatsmann den Grundstein für den weiteren Verlauf geistlicher und blutiger Diskussionen fest. Folge diesem Dekret, hieß es damals, oder du bist des Todes. Solche Drohungen waren keineswegs nur so dahergeredet. Nein, denn Gegner dieser Lehre und all der anderen Kraft der jeweiligen Ämter festgelegten Lehren in angeblicher Anlehnung an eine, diesen Umstand auch noch untermauernde Bibel brannten zuhauf in der unsäglichen, brutalen und auf das Äußerste menschenverachtenden Geschichte der christlichen Kirchen. Was nicht von oben angeordnet war, verselbständigte sich an der Basis. Ein angeblich Gläubiger schlug den anderen tot und umgekehrt. Was für ein kirchlicher, fundamentalistischer Wahnsinn, der über Glaubensgrenzen hinaus in die Menschheit getragen wurde und auch heute noch in allen Schichten religiöser Kreise spürbar ist.
Wenn man davon ausgeht, und nichts spricht bisher dagegen, dass das Judentum ab etwa dem 8. bis 7. Jh. v. Chr. die älteste monotheistische Glaubensgemeinschaft ist, kann man auch davon ausgehen, dass das Christentum im 1. Jh. n. Chr. und der Islam im 7. Jh. n. Chr. aus dem Judentum hervorgegangen sind. Die Tatsache, dass sowohl das Christentum als auch der Islam zwar in unterschiedlichem Umfang, so aber doch beide auf das Alte Testament Bezug nehmen, unterstreicht diese Feststellung. Unterschiedliche Propheten, auf die sich das Christentum und der Islam jeweils stützen, ändern daran nichts.
Mit dem Alten Testament als Ursprung ist der Gott der Juden auch der Gott der Muslime und ursprünglich auch der Gott der Christen. Doch worin unterscheiden sich dann die Glaubensgemeinschaften so maßgeblich, vom fraglichen Monotheismus des Christentums einmal abgesehen?
Sowohl der Islam als auch das Christentum erhoben ihre Propheten in irgendeiner Weise zu einem Gott. Der Islam tat das mit Muhammed, weil das Nichtbefolgen seiner Regeln und das Leugnen seiner besonderen Stellung im Islam mit Gotteslästerung gleichgestellt wird und das Christentum schreibt es darüber hinaus bezüglich Jesus als Dogma sogar vor. Es stellt sich doch die Frage, warum das so ist: Hat sich Gott geändert und das auch noch auf verschiedene Weise, oder hat sich der Mensch im Angesicht seiner mangelnden Fähigkeit zur Gemeinschaft mit Gott damit kurzerhand nur einen greifbaren Gott geschaffen? Letzteres erscheint mir am schlüssigsten.
Gott kann für Juden und Muslime selbstverständlich keine Person sein, oder gar aus mehreren Personen bestehen. Und trotzdem hätten die Anhänger dieser beiden Glaubensrichtungen mit einem Glauben an Gott, bei dem der heilige Geist expliziter Teil Gottes ist, eventuell noch leben können. Weil aber ein Mensch zu Gott erhoben wurde, was die geistige Vollendung des Sündenfalls darstellt, und diese Lehre durch Christen seit nunmehr 1600 Jahren Andersgläubigen, zu denen durchaus auch (christliche) Konfessionen gehören, regelrecht aufgezwungen wird, gibt es diese unüberbrückbare Kluft zwischen dem Christentum und dem Judentum bzw. Islam, aber auch zwischen Christen.
So trügt ein gewisser Religionsfrieden und was so schön schimmert, ist lediglich nur Fassade. Einzig dem Umstand, dass hinter dem Christentum die römisch-katholische Kirche und damit die Macht als solche steht, ist es zu verdanken, dass sich Christen als die wahren Gläubigen fühlen und sich schulmeisterlich über Andersgläubige lokal, regional und global stellen können. Da hilft auch keine wie auch immer doch eher westlich geprägte Ökumene etwas, bei der es doch vor allem um den Menschen und nicht um Gott geht.
Diese drei größten der heutigen Weltreligionen haben also schon immer nicht nur in den eigenen Reihen, sondern auch gegeneinander Krieg geführt. Millionen von Menschen sind diesem blinden Hass zum Opfer gefallen.
In der unrühmlichen Zeit des Christentums sind die Verfechter des angeblich einzig wahren Glaubens unter Missbrauch des Namens Gottes losgezogen und haben Nichtchristen zuhauf getötet, der Islam hat Andersgläubige verfolgt, unterdrückt und umgebracht, und das Judentum; ich denke, die Juden glauben tatsächlich, mit ihrer äußersten Brutalität Gott zu verherrlichen. Wie kann es denn auch anders sein, existiert Gott doch im Allgemeinen lediglich als Alibi. Wir reden von der Geschichte des Menschen und sind inzwischen im Jahre 2026 angelangt, da möge sich jeder sein eigenes Bild von dieser Welt machen, die sehr wohl den Glauben an Gott eins zu eins widerspiegelt – es gibt faktisch keinen Glauben.
Wie nicht anders zu erwarten, betrieben die Volksgruppen in vorbiblischer Zeit, die maßgeblich das heutige Israel ausmachen, Vielgötterei. Es unterschied sie nichts von den Assyrern oder Ägyptern, wenn man einmal von den jeweiligen Göttern absieht. So hatte Judäa vor der Vereinigung mit Israel zum Königreich Israel einen Gott angebetet, der verheiratet war. Ob diese Ehefrau selbst auch ein Gott darstellte, weiß ich nicht, zumindest scheint diese Konstellation nicht den gewünschten Erfolg geliefert zu haben, sodass man sich auf den Einen Gott, den geistigen Vater zurückbesann.
Doch muss man wissen, dass diese Rückbesinnung auf einen einzigen Gott dann auch wieder Traditionen entsprungen ist, die Exilanten aus Elephantine überlieferten und mit neuen Ideen vermischten. Das Ergebnis jener Vermischung war die Geburtsstunde des Judentums, der ersten großen Glaubensgemeinschaft auf der Erde.
Selbstverständlich akzeptiere und respektiere ich grundsätzlich alle Menschen, deren Glauben, Lebenseinstellungen und Weltanschauungen. Doch muss ich deshalb mit ihnen Gemeinschaft haben oder gar eine Allianz eingehen? Kann ich das überhaupt mit meinem Glauben an den Einen Gott, bei dem es keinen Platz für von Menschen festgelegte Heiligkeiten und Götzen gibt? Nein, das kann ich ganz sicher nicht! So möge doch jeder Mensch auf dieser Welt mit dem glücklich werden, woran er glaubt, sei es an sich selbst, ein oder mehrere Götter, Gegenstände, die Natur, Sterne, Geister, alles oder auch nichts. Ob er damit nach seiner Zeit auf dieser Erde selig wird, kann ich selbstverständlich nicht sagen. Es wird sich für jeden einzelnen zu gegebener Zeit zeigen.
Der Mensch wurde von Gott des Gartens Eden verwiesen. Die neu erworbene Göttlichkeit des Menschen hat sich entgegen seiner Erwartung nur insoweit erfüllt, dass er erkennen musste, doch nicht Gott zu sein.
Doch weil genau diese Erwartung nicht erfüllt wurde, manifestierte sie sich als Hauptbestandteil seines menschlichen Willens und glüht seitdem als unstillbarer Wunsch in ihm weiter, Gott sein zu wollen. Die Suche nach einem Ausweg aus der nagenden Krise müsste den Menschen dabei zwangsläufig wieder zu Gott hinführen. Doch wohin führt es in dem grenzenlosen Unverstand menschlichen Seins? Anstatt Gott endlich anzunehmen, wie er ist – ein für den Menschen unerreichbarer Gott – zwängt er ihn in erdachte Formen, die als tote und lebende Heilige, Märtyrer, Propheten und Messiasse angebetet und als Figuren, Bilder, Kreuze, Leuchter, andere Gegenstände und Mythen verehrt werden.
Der selbstsüchtige Mensch kann niemanden über sich ertragen, einen Geist schon gar nicht. Die Verehrung solch einer imaginären Gestalt stellt für den Menschen deshalb prinzipiell ein unüberwindbares Problem dar. Es folgten im Laufe von vielen Jahrhunderten immer mehr Ersatzhandlungen, die in diese bizarre Anbetung Gottes führten und sich folgerichtig auch etablieren mussten. Die unter religiösen Fanatikern praktizierte Selbstgeißelung, der Erlass von unhaltbaren Gesetzen und Geboten und der Bau von monumentalen Anbetungsgebäuden sind Beispiele solch einer völlig verfehlten Gottesfurcht. Nur, weil sich der Mensch ständig selbst etwas vormacht, kann er doch Gott nicht zum Narren halten; da kann man vorhaben, was immer man will, sagen, was immer man will und tun, was immer man will – es wird sich bei allem stets nur darum drehen, was man selbst will. Dass eine Erkenntnis dabei kaum eine Rolle spielt, weiß Gott sehr genau.
Traditionen entstehen aus der allgemeinen geistigen Unfähigkeit des Menschen heraus, an Gott zu glauben. Wenn ich Gott suche und dabei nicht Gott allein im Visier habe, werde ich Gott nie finden. Traditionen bieten eine gewisse Sicherheit, denn es sind fassbare, geistige und sogar fantasievolle Bilder mit ihnen verbunden, die dem Herzen schmeicheln und dem Geist eine Oase bieten. Gerade wenn Traditionen aktiv gelebt werden, verbinden sie Menschen emotional und geben Hoffnung auf eine Zeit bei Gott, auch ohne Gott wirklich gesucht zu haben. So sind Traditionen der Anfang vom Ende eines nur auf Gott ausgerichteten Lebens.
Gott lässt sich nicht greifen, aber erkennen. Dieses Erkennen erfordert jedoch, dass der irreführende menschliche Geist den eigenen Willen dazu bringt, Gott überhaupt als das einzig Wahre zu sehen, der durch nichts und niemanden verherrlicht werden kann, außer durch sich selbst. Der Versuch, sich über seit Jahrtausenden gefestigte Traditionen Gott zu nähern, konnte deshalb nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Das klägliche Resultat dieses fortwährenden Feldversuches ist heute eine zutiefst gottlose Welt, in der sich der Mensch mehr denn je selbst als ein todunglücklicher Gott fühlt.
Wenn mein Glaube, so geht es jedem Menschen mit seinem Glauben, der höchst eigene Glaube sein soll, wie kann sich aus dem, was andere vor meiner Zeit glaubten oder während meines Erdenlebens glauben, ein Glaube entwickeln, den ich auch als eigenen Glauben bezeichnen kann? Es stellt sich die Frage, ob ein Mensch überhaupt in der Lage ist, durch das Nachfolgen von anderen Menschen zu einem eigenen Glauben zu kommen. Und wie könnte dann dieser nachgeahmte Glauben aussehen, wenn nicht völlig unpassend zu mir? Menschen sind Individuen, so ist der Glaube eines Menschen absolut individuell. Mit allem darüber hinaus gerät der Mensch in einen inneren Konflikt. Die (Nach)Folge Jesu, zu der Jesus aufgerufen hat, hat sich ausschließlich auf den Glauben an den (geistigen) Vater, Gott, bezogen. Jesus sprach in Bildern, so wird zweitausend Jahre später niemand mehr nur mit Sandalen und einem Umhang bekleidet von der Umkehr zu Gott erzählen, das Verhalten kann jedoch eins zu eins übernommen werden, denn Gott schaut nicht auf das Äußere. Lediglich wie der Mensch ist, interessiert ihn.
Es darf sich nicht um mich, nicht um dich und nicht um all die anderen Menschen auf dieser Erde drehen, sondern ausschließlich um Gott! Er ist das geistige Ziel. Auf dem Weg zu ihm stellte ich fest, dass er auch der einzige Weg zu ihm ist, auf dem Vergangenes, Traditionen und Wunschdenken keinen Platz haben können.
„Macht” steht direkt proportional im Verhältnis zu Besitz. Je größer der Besitz ist, desto größer wird sich zumindest der Machtanspruch darstellen. Das ist eine Gesetzmäßigkeit, welche sich beim Menschen beim Verlassen des Gartens Eden entwickelte: „… im Schweiße deines Angesichts sollst du …”.
Es ist natürlich verständlich, dass schwer erwirtschaftete Habe auch beschützt werden muss. Wenn es doch nur dabei bleiben würde! Doch stattdessen: Wenn man etwas hat, wäre es schön, noch mehr zu haben, etwa den Besitz anderer. Natürlich muss auch das wieder geschützt werden. Begehrlichkeiten werden beim Menschen seit der Herausbildung des eigenen Willens sehr leicht geweckt. Aus dem ursprünglich einfachen Schutz der eigenen Habe entwickelt sich so eine heftige Dynamik um alle Bereiche dieser Thematik herum, die zwangsläufig das Thema „Macht” auf die Tagesordnung setzen muss.
Angefangen hatte es also bereits, als der Mann und die Frau irgendwann den Baum der Erkenntnis als ihnen gehörig ansahen. Die Ablehnung von Besitzrechten setzte sich durch und Machtgehabe in Form von feindlichem Verhalten bildete sich parallel dazu als ebendiese heute so stark ausgeprägte Grundeigenschaft des Menschen heraus. Das führte später in den Streit zwischen Kain und Abel über eine geistige Wertung Gottes, die durch die bewusste Einbindung von Eigentum ins Gegenteil verkehrt wurde: Dieser Konflikt wurde vom Erstgeborenen Kain auf äußerst blutige Art beendet.
Niemand weiß, ob es diesen Brudermord jemals gegeben hat. Doch unabhängig davon, ob es so war oder nicht, so ist dieses Verbrechen sehr gut vorstellbar, welches die Misere der Menschheit widerspiegelt, durch falschen Glauben motivierte Morde begehen zu wollen, um fortan in dessen Brutalität als Vorlage für die vielen nachfolgenden fundamentalistischen Auseinandersetzungen zu dienen. Die Vermischung von angeblicher Gottesfurcht mit ureigenen Interessen entwickelte sich über Jahrtausende hinweg zu einer Art Paranoia, welche es inzwischen unmöglich macht, vernunftbasiert geistige Beurteilungen zuzulassen, die Konflikte von vornherein verhindern könnten. So haben Mord und Totschlag Tradition.
Solcherlei Vorgehen erfreuen sich in der Bibel sogar größter Beliebtheit, wenn im Alten Testament die Grausamkeit der Juden als von Gott gesegnet bejubelt werden, noch schlimmer, wenn Gott selbst als blutrünstiges Monster tausende Feinde der sogenannten Gläubigen an Gott hinraffte und dabei auch nicht vor Kindern Halt machte. Mir scheint es, als ob die Juden und Gott tatsächlich ihre Taten umso mehr rühmen, je barbarischer diese verübt wurden und werden. Da dies über hunderte, ja, tausende von Jahren bis in die heutige Zeit hinein so geschieht, kann man mit Recht behaupten, dass Grausamkeit als Ausdruck besonderer Religiosität dient.
Sich Traditionen hinzugeben, macht nur Sinn, solange man nicht über deren Sinn nachdenkt.
Beim ernsthaften Nachdenken über Traditionen wird man nämlich sehr schnell erkennen, dass man sich Gott nicht näher fühlt, nur weil man sich emotional einem Gottesersatz in irgendeinem Ritual hingibt.
Doch wer denkt schon ernsthaft über solche Themen nach?
Der weltlichen Obrigkeit muss man gehorchen!
Der Sündenfall war ein schreckliches, aber selbst verschuldetes, verhängnisvolles Ereignis für den Menschen. Als der Mensch in die verbotene Frucht biss, hat er sofort erkannt, dass er niemanden über sich dulden muss. Er nahm zu diesem Zeitpunkt sein Leben in die eigene Hand, was ihn geradewegs aus dem Garten Eden beförderte und der Anfang einer erbärmlichen Menschheitsgeschichte war.
Zigtausende Jahre später. In den alten Schriften gibt es keine Details darüber, wann genau und warum der Mensch dann doch wieder anfing, Gott anzubeten. War es das Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit, sein Leben ohne Gott zu meistern, war es das schlechte Gewissen oder kam der Mensch nach mehreren Versuchen, sich selbst einen Gott zu schaffen, zur leidigen Erkenntnis, dass da schon einmal dieser Gott war?
Seitdem wechselten sich für das Volk Israel die Zeiten der Besinnung auf Gott, die stets mit Frieden und Wohlstand einhergingen, mit Zeiten der Abkehr in Drangsal und Not ab. Im Laufe der Geschichte wurde die Situation für das Volk Israel immer schlimmer. Kein Wunder, haben sie sich doch in einem unglaublich dummen Vorgehen gegen Gott entschieden und ihn für eine Knechtschaft unter weltlichen Königen verworfen.
Gott zog damals seine Einflussnahme vollständig zurück. Doch fordert er mit göttlicher Geduld ein Umsinnen der Juden. Ist aber solch ein Umsinnen abzusehen? Nein, denn sie haben sich vor zweitausend Jahren auch noch am Propheten Gottes vergriffen und damit eine Hürde für sich selbst errichtet, die ganz sicher von ihnen allein nicht überwunden werden kann. Nur über Jesus, und nicht durch das Halten des Gesetzes, würden dann auch die Juden aus ihrer Knechtschaft heraustreten und aus Israel einen im positiven Sinn Gottesstaat machen.
Es gibt aber auch gute Nachrichten, zumindest für die Nationen. Denn mit dem Kommen, Wirken und Tod des Propheten Jesus hat sich die allgemeine Lage für diese grundlegend geändert. Seitdem hat nicht mehr nur Israel allein die Möglichkeit, zu Gott zu kommen, sondern all diejenigen, die an ihn glauben, unabhängig davon, wo jemand lebt oder welche Sprache diese Person spricht. Die gemeinsame Sprache besteht heute sowieso nicht aus Lauten, sondern ist vielmehr still, demütig, nachdenklich und gottesfürchtig. Die gemeinsame Sprache ist eben Gottes Sprache, welche alle an ihn Gläubigen aus dem Judentum, dem Islam und den Nationen in der Heilsbotschaft zusammenruft.
Ein wahrer Prophet kann natürlich Informationen von Gott erhalten. Es ist deshalb auch relativ plausibel, dass das Volk Israel von einem Propheten darauf hingewiesen wurde, sich mit einem König auf Knechtschaft einzulassen. So hat Israel dennoch einen König gefordert. Der erste König und alle weiteren Könige wurden seitdem von Gott bestätigt, indem er es zuließ. Israel hatte nun all das, was die Nationen schon ewig haben – neben der geistlich-orthodoxen Obrigkeit in Form von Priestern und Lehrern – nun auch die staatliche Obrigkeit mit ihren Gewalten „Gesetzgebung, Rechtsprechung und Vollzug“.
Könige und Regierungen werden nicht von Gott eingesetzt. Und trotzdem dienen sie nach deren Bestätigung durch Gott der Züchtigung des Gläubigen, der sich durch die straffe Hand der Obrigkeit nur noch mehr Gott zuwendet.
Gott lässt Obrigkeit allerdings nicht nur gewähren, sondern er richtet sie auch. Wie sich diese Obrigkeit verhält, sollte den Gläubigen deshalb nicht interessieren.
Was ihn jedoch interessieren muss, ist die Grenze zwischen dem, was des Kaisers und dem, was Gottes ist. Diese Grenze scheint manchmal zu verschwimmen, so ist sie aber von Gott klar definiert:
Wenn etwas vom Gläubigen verlangt wird, was in eine Sünde münden kann oder schlimmstenfalls bereits eine Sünde ist, genau dann ist diese Grenze erreicht, und der Gehorsam gegenüber Gott muss die einzige sofortige Konsequenz daraus sein.
Sünde kann bei der Suche nach Gott nicht toleriert werden, denn sie trennt von Gott.
Eine mögliche Vergebung der Sünden bei Gott ist kein Freibrief für die Begehung weiterer Sünden, auch wenn das viele gern so hätten.
Sünde wird ewig trennen, und schon die Bereitschaft für die Begehung von Sünde ist eine Sünde in der Versuchung Gottes.
So ist der Versuch dessen das Eingeständnis des vollkommenen Unglaubens.
Gott duldet. Geschieht dann aber alles auf dieser Erde mit seinem Segen? Bestimmt nicht, denn nichts, was der Mensch tut, ist gut.
Gott setzt weltliche Obrigkeit nicht ein, er duldet sie aber und der Mensch muss sich dieser Duldung und damit der Obrigkeit unterordnen.
Durch das straffe und teils ungerechte Handeln der weltlichen Obrigkeit, in dem sie übrigens gefangen ist, wird der an Gott Gläubige gezüchtigt. Diese Züchtigung treibt den Gläubigen weiter in die Arme Gottes, um sich in der Gewissheit seiner Güte, Gnade, Barmherzigkeit und Vergebung auf ein Leben bei ihm in seinem Reich der Himmel umso mehr zu freuen.
Im Gegensatz dazu: Gottes Segen, was eine aktive Handlung ist. Man darf eine Duldung durch Gott deshalb nicht mit seinem Segen verwechseln.
Die Duldung durch Gott ist dessen Inaktivität bei wie auch immer gearteten Vorgängen. Wenn Gott etwas duldet, heißt das deshalb ausschließlich, dass jene Vorgänge ohne sein Hinzutun ablaufen. Sollte Gott also etwas dulden, werden von ihm bestimmte Ziele verfolgt, die den Menschen in eine ihm genehme Weise beeinflussen sollen. Leider geht der Mensch stets von seiner eigenen Gerechtigkeit aus, weswegen er diese Züchtigung als nicht gerechtfertigt empfindet und Gott deshalb bezichtigt, nicht gerecht zu sein. Anstatt einer Einsicht und Annahme der selbstverschuldeten Zurechtweisung erfolgt die Anklage, womit der Mensch kontinuierlich seinem sündigen Wesen folgt.
Um den Segen Gottes zu erhalten, bedarf es weit mehr, als nur zu sagen, dass man an ihn glaubt. Deshalb gab es bis heute lediglich einen einzigen Menschen, der von Gott gesegnet werden konnte: Jesus!
Man kann also nur Jesus fragen, wie das geht.
Gott ist reine Rationalität, bei dem ein „Ja“ ein „Ja“ und ein „Nein“ ein „Nein“ ist. Die menschliche Liebe, und darum geht es hier schließlich, ist dagegen pure Emotion, in deren Schwankungen es keinerlei Kontrolle gibt.
Es ist schon deshalb mühselig, darüber nachzudenken, ob man Gott lieben soll. Das erste Gebot des angeblichen Gesetzes von Gott an Mose schreibt vor: „Du sollst Gott lieben mit ganzer Seele, mit ganzem Herzen, mit ganzer Kraft und mit ganzem Verstand!“
… und das Versagen im Glauben an Gott
Oh Mensch, der du ewig träumst und nichts erreichst. Es ist nicht möglich, ganz und gar nur eine einzelne Bedingung davon zu erfüllen:
● Seele: Die Seele ist von Gott. Ich kann mich ihrer nicht bedienen.
● Herz: Wie kann ein böses Herz Gutes hervorbringen?
● Kraft: Voller Sünde bin ich vollkommen kraftlos.
● Verstand: Der menschliche Verstand sagt mir, dass es nur um mich geht.
Die Liebe wird vom Menschen gerade wegen ihrer extremen Natur und der Wirkung auf ihn so sehr herbeigesehnt.
Die Liebe verspricht ein Leben ohne Langeweile, sie setzt ungeahnte Kräfte frei, sie lässt hoffen, sie lässt alles Negative (vermeintlich) vergessen, sie lässt den Menschen ein scheinbar völlig anderer Mensch werden und sie ist theoretisch frei und nahezu unbegrenzt verfügbar.
Die Liebe hat aber auch eine andere Seite. So schlägt die Liebe mitunter (ganz schnell) in Hass um. Sie lässt seit Menschengedenken moralische Werte in den Hintergrund treten, sie lässt bewusst lügen (auch dem Partner gegenüber), sie setzt sich unbekümmert über allgemeine Gesetze hinweg, sie stiftet gern Neid, Missgunst und Gier, sie neigt schon mal zu (häuslicher) Gewalt, sie drängt nicht wenige zum eigenen oder des anderen Selbstmord und den Mord an den anderen (gerade noch geliebten) Menschen und, wie die Geschichte beweist, sogar an ganzen Völkern.
Nur dieses Extrem sorgt einer Sucht gleich beim Menschen dafür, permanent in diesem Extrem leben zu wollen: Ich will lieben und ich will geliebt werden!
Soll das die Grundlage für eine Beziehung zu Gott sein?
Gott bewahre!
Bereits die Germanen feierten genau dieses Fest am 21. Dezember. Dort hieß es „Jul“, was in skandinavischen Sprachen „Weihnachten“ bedeutet.
Der Ursprung des heutigen Weihnachtens ist die Feier der Wintersonnenwende am 21. Dezember als Gedenktag für mehrere Sonnengottheiten. Da die Römer ihrem Sonnengott den 25. Dezember gewidmet hatten, wurde Weihnachten durch die Römer auf den 25. Dezember umgelegt.
Weihnachten hatte sich um etwa 400 n. Chr. bereits soweit etabliert, dass ein Verbot als heidnischer Brauch scheiterte. Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen, wurde das Fest per päpstlichen Erlass Jesus zugesprochen.
Jesus wurde allerdings im April oder September bzw. Oktober geboren.
An Weihnachten gehen sogar bekennende Atheisten in die Kirche und lassen sich von dieser herzlich willkommen heißen.
Und nicht zuletzt: Weihnachten ist pure Völlerei.
Soll man also Weihnachten feiern? Das kann selbstverständlich jeder für sich entscheiden. Ich feiere nicht, weil Weihnachten für mich lediglich ein weiteres Fest im Jahr ist und ich prinzipiell auf Feiern verzichte.
Doch wenn man schon feiert, sollte man meines Erachtens den Propheten Jesus da tunlichst heraushalten.
Dem Teufel wurden bis heute viele verschiedene Namen gegeben. Widersacher, Satan, Luzifer, Beelzebub, Dämon und Ankläger sind wohl die bekanntesten in dieser Liste. Obwohl diese Namen nicht in den beiden monotheistischen Religionen und dem Christentum gleichermaßen zu finden sind, unterscheiden sie sich in ihrer Gestalt doch nicht sehr voneinander. Grundsätzlich hat der Teufel eine menschliche Gestalt, die sich nur entsprechend den Mythologien von einer reinen Menschengestalt unterscheidet, wobei die besonderen Merkmale einzeln oder in beliebiger Kombination Verwendung fanden. Zum Einsatz kamen hier tierische Merkmale, wie Schwänze, Hörner, Hufe, Flügel, rote Augen, Schlitzpupillen, extreme Behaarung, übergroße Ohren oder ein übergroßes Maul. Gemeinsam ist ihnen jedoch die Tatsache, dass der Teufel das Böse regelrecht verkörpert.
Die Juden gehen davon aus, dass Satan[ael] deshalb aus dem Himmel verbannt wurde, weil er sich weigerte, sich vor dem ersten Menschen zu verbeugen. Der Mensch wurde dadurch indirekt auf eine gottähnliche Stufe gestellt. Dieses Muster setzt sich in der gesamten Bibel fort, wobei Gott immer derjenige ist, der es dem Menschen recht machen soll und es daraufhin, wie immer wieder betont wird, auch immer wieder tut.
Mit der Menschengestalt haben die Erschaffer jener Figuren mitten ins Schwarze getroffen, stellt doch der Mensch als gegen Gott gerichtete Erscheinung das Böse selbst dar.
Es ist hinlänglich bekannt, dass es eine der Haupteigenschaften des Menschen ist, Fehler bei anderen zu suchen. Der Teufel bietet sich als die Verkörperung von pauschal allen Unzulänglichkeiten menschlicher Existenz regelrecht als Sündenbock an und wird seitdem auch bestens seiner Rolle gerecht. Jetzt hat der Mensch eine Person, die er für das eigene Scheitern verantwortlich machen kann, die von ihm hervorragend ablenkt, ihm Zeit verschafft, ihm ein Alibi gibt, ja, ihn sogar als Opfer dastehen lässt. Der Teufel ist heute in Höchstform.
Gegenwärtig existiert er etwa 8 Milliarden Mal, da es etwa 8 Milliarden Menschen auf der Erde gibt, die nicht im Kleinkindalter sind. Gut können wir, die Teufel, in jedem Fall nicht werden, denn alle sündigen immerfort bis an das Lebensende auf dieser Erde.
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